Infrarotkamera als Lügendetektor
US-Wissenschaftler haben einen Lügendetektor entwickelt, der anhand des Wärmemusters im Gesicht erkennen soll, ob jemand die Wahrheit spricht oder lügt.
Der Detektor besteht aus einer Wärmebildkamera, die mit einem Computer verbunden ist. Bei mehr als 80 Prozent der Fälle lag das Gerät richtig, berichtete das Team um den Forscher James Levine von der Mayo Klinik in Rochester im Wissenschaftsmagazin "Nature".
Die Erfolgsrate sei mit herkömmlichen Lügendetektoren, die Veränderungen der Pulsrate, der Atmung und der Schweißbildung messen, zu vergleichen.
NatureEinfacher Einsatz
"Bei Menschen, die lügen und mit einer Wärmebildkamera aufgenommen werden, erkennt der Computer die Erwärmung rund um die Augenpartie", erklärte Levine.
Bei betrügerischen Absichten erzeuge der menschliche Körper im selben Moment typische psychologische Signale wie z.B. einen verstärkten Blutfluss in bestimmten Teilen im Gesicht, so der Studienleiter weiter.
Der Vorteil der Wärmeanalyse ist laut Lügendetektor-Experten und Psychologen Charles Honts von der Boise State University in Idaho die einfachere Einsatzbarkeit.
Tests mit herkömmlichen Lügendetektoren benötigten die Einwilligung der Personen, Zeit und Experten für die Dateninterpretation.
Die Wärmekamera könnte von ungeschultem Personal verwendet werden, da keine komplizierten Messgeräte nötig seien, so die Forscher.
