Infineon-Vorstand in der Kritik
Der Verein der Belegschaftsaktionäre des Halbleiter-Herstellers Infineon will auf der Hauptversammlung am 22. Januar den Vorstand nicht entlasten.
Daher soll ein entsprechender Antrag gestellt werden, sagte Vereinssprecher Bernd Heise heute und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Focus-Money".
Der Antrag ziele aber nicht direkt auf Infineon-Chef Ulrich Schumacher. "Wir wollen das nicht personifizieren", sagte Heise. Über die Zusammensetzung des Vorstandes habe der Aufsichtsrat zu bestimmen. "Uns geht es darum, unserer Unzufriedenheit über die Unternehmenspolitik Ausdruck zu verleihen", sagte Heise.
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Der Verein wirft dem Vorstand vor, nicht rechtzeitig auf die Branchenkrise reagiert zu haben. "Ein Großteil des Personalabbaus wäre aus unserer Sicht vermeidbar gewesen", sagte Heise.
Stattdessen seien noch bis Mitte 2001 Mitarbeiter eingestellt und zum Teil mit Prämien von anderen Unternehmen abgeworben worden. Nun würden Mitarbeiter teilweise mit Abfindungen wieder abgebaut.
"Hier ist Geld verschleudert worden", sagte der Vereinssprecher. Nach Angaben von Heise halten die Belegschaftsaktionäre weniger als 1 Prozent der frei gehandelten Aktien von Infineon.
