Das Jahr des Prozessor-Preiskampfes
Das auslaufende Jahr 2001 war, zumindest was die Hardwarebranche betrifft, geprägt von einem ständigen Preiskampf um Computerprozessoren.
Intel und AMD, die beiden weltgrößten Prozessorenhersteller für den Desktopbereich, haben mittels aggressiver Preispolitik versucht, einander Marktanteile abzugraben.
Marktführer Intel hat im Jahr 2001 den lang erwarteten Pentium 4 eingeführt und ihn noch davor gleich um die Hälfte verbilligt.
Intel antwortet mit Preissenkungen auf Vormarsch von AMD
Ein Analyst von Lehman Brothers in San Francisco hielt im April
die von Intel eingeschlagene aggressive Preispolitik für die einzige
Möglichkeit, dass Intel doch noch das angestrebte Verkaufsziel von
zwanzig Millionen bis Jahresende erreicht. "Die Konsumenten
interessiert mehr der Preis und nicht so sehr die Megahertz", so
seine Analyse. Als Triebfeder für bereits vollzogene und die
erwarteten Preissenkungen Intels galten und gelten AMDs Erfolge bei
der Eroberung größerer Marktanteile.
Pentium 4 um die Hälfte verbilligtAuch der Preis des Vorgängermodells Pentium III wurde im Preiskampf mit Konkurrenten Advanced Micro Devices im Juli um bis zu 37 Prozent gesenkt.
Pentium-III-Chips werden um bis zu 37 Prozent billigerSchwierige Zeiten für die Chipindustrie
Die Preissenkungen passierten in einer der schwierigsten Phasen der Chipindustrie. Zum ersten Mal sind weltweite PC-Lieferungen zurückgegangen, die Industrie wiederum bot zu wenige Innovationen, die Konsumenten bei einer schwachen Konjunktur davon überzeugen könnten, dass sie neue Geräte benötigen.
"AMD erlaubt Intel kaum, zu atmen", fasst Chip-Spezialist Dan Niles von Lehman Brothers die Situation zusammen.
Tatsächlich muss Intel stets auf die Preissenkungen von AMD reagieren. So wurden im Oktober die Preise für AMDs Athlon-XP-Chips zwischen zwölf und 23 Prozent gekürzt. Intel hat kurz darauf reagiert und die Preise für Pentium-4-Prozessoren seinerseits um bis zu 29 Prozent gesenkt.
Mit diesen Preissenkungen will Intel-Vorstandsvorsitzender Craig Barrett auch weiterhin Kunden locken: "Denn einen hohen Marktanteil zu haben ist außerordentlich wichtig." Derzeit beläuft sich der Marktanteil von Intel nach eigenen Angaben auf 80 Prozent.
Computerkonjunktur soll bald anziehen
Schließlich soll die Computerkonjunktur bald anziehen. Im
Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" sagte Barrett: "Die letzten
Jahre, in denen wir durchschnittlich um 35 Prozent gewachsen sind,
waren außerordentlich. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass es in
diesem Tempo weitergehen wird." Doch das kommende Jahr werde
"sicherlich besser" sein als 2001.
Preiskrieg Intel gegen AMDAMD holt ständig auf
Die Konkurrenz durch Advanced Micro Devices wird jedenfalls immer größer: das Unternehmen konnte vor allem am japanischen und europäischen Markt enorme Wachstumsraten vorweisen.
Laut Dataquest hatten im dritten Quartal 2001 56 Prozent aller an Privatleute verkauften Desktop-PCs einen Athlon- oder Duron-Prozessor.
Auf dem gesamten deutschen Markt hat es AMD auf 33 Prozent Marktanteil gebracht, was gegenüber dem Vorjahrszeitraum [12,2 Prozent] einer Steigerung von 173 Prozent entspricht.
Auch europaweit konnte AMD bei den Heim-PCs seinen Marktanteil mit 49 gegenüber 25 Prozent im Vorjahresquartal fast verdoppeln, in Japan mehr als ganz [54 nach 24].
Nicht ganz so gut läuft es in den USA, hier gibt AMD nur den gesamten Marktanteil bekannt. Er liegt im dritten Quartal 2001 mit 27 Prozent zehn Punkte höher als im Vorjahreszeitraum.
Intel mit langjährigen Beziehungen in den USA
Intel profitiert dort von langjährigen Kundenbeziehungen mit
Schwergewichten wie Dell, Hewlett-Packard und IBM.
Hier regiert bald AMD
