29.12.2001

MEHR ENERGIE

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Brennstoffzellen statt Akkus

Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit tragbarer elektronischer Geräte steigt auch ihr Stromverbrauch. Gleichzeitig sollen die Gadgets aber kleiner und handlicher werden.

Ein Dilemma, das die Industrie durch die Entwicklung von Brennstoffzellen zu lösen versucht. Herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus sind bald zu wenig leistungsfähig.

Brennstoffzellen wurden in den sechziger Jahren in Weltraumraketen eingesetzt, im 21. Jahrhundert soll die verfeinerte Variante davon in Laptops, Handys und Digitalkameras verpflanzt werden.

Technologie zur Marktreife

Japanische Hersteller arbeiten nun daran, die Brennstoffzellen-Technologie innerhalb kurzer Zeit marktreif zu machen. Toshiba will innerhalb von zwei Jahren ein entsprechendes Produkt zur Marktreife bringen. Statt am Ladegerät zu hängen, soll die Brennstoffzelle einfach mit Methanol nachgefüllt werden können.

Sony, der weltweit größte Elektronikriese, entwickelt derzeit eine Brennstoffzelle, die dank dem Einsatz von Kohlenstoff-Molekularstruktur auch bei extremen Temperaturen funktionieren kann.

"Dringender Handlungsbedarf"

Yoshimi Kubo, Senior Manager der NEC Laboratories, sieht im Hinblick auf kommende 3G-Mobiltelefone dringenden Handlungsbedarf. Aktuelle 3G-Geräte, wie sie in Japan im Oktober eingeführt wurden, können etwa nur 70 Minuten Videokonferenz übertragen, bevor der Akku zur Neige geht.

"Ich denke, die Telekoms ahnen die Bedrohung, die von der Schere zwischen Funktionalität und begrenzter Akkuleistung ausgeht. Sie wollen Brennstoffzellen-Technologie um jeden Preis", so Kubo.

Wegen des Einsatzes von flüssigem Brennstoff kann der "Akku" flexibel gestaltet werden. Der Brennstoff Methanol kostet rund 0,4 Euro pro Liter; die Kosten für die Brennstoffzelle könnten bei Massenproduktion auf die eines herkömmlichen Akkus gesenkt werden. Lithium-Ionen-Batterien werden in rund 80 Prozent aller Laptops und 50 Prozent aller Handys weltweit eingesetzt.