01.12.1999

ADMINISTRATIV

Industrie fordert Online-Behördenwege

Ein Internet-Service innerhalb der öffentlichen Verwaltung fordert die österreichische Industrie. Das Einsparungspotenzial, das ein derartiges Service bringen würde, ist groß: Allein die Kosten für die Erstellung von Registrierungs- und Genehmigungsanträgen sowie diverse Meldungen an die Behörden würden sich jährlich mit mindestens vier Mrd. ATS [291 Mio. Euro] zu Buche schlagen, sagt Christian Mandl von der Industriellenvereinigung

Besondere Nachteile hätten derzeit vor allem kleine und mittlere Firmen, führt Mandl aus. Bei Betrieben von bis zu 20 Beschäftigten lägen die administrativen Aufwendungen mit rund 40.000 ATS pro Jahr und Mitarbeiter deutlich höher als bei Großunternehmen, wo diese maximal 10.000 ATS ausmachten.

Verabsäumt

Bisher habe es die öffentliche Hand verabsäumt, entsprechende Maßnahmen in Richtung Internet-Service für Unternehmen zu setzen, kritisierte der wirtschaftspolitische Chef der Industriellenvereinigung, Erhard Fürst. Und das, obwohl mit dem Gesetz über elektronische Signaturen, das Anfang Jänner 2000 in Kraft tritt, nun auch die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für eine sichere elektronische Erledigung von Behördenwegen gegeben seien.

Konkret fordert die heimische Industrie die Einrichtung eines Internet-Ratgebers und die Möglichkeit, Förderansuchen elektronisch zu beantragen und abzuwickeln. Außerdem müssten öffentliche Ausschreibungen im Internet publiziert und das Vergabewesen elektronisch durchgeführt werden.