"Online-Intrige" gegen Berlusconi

Italien-Wahl
08.04.2006

1. Platz bei Google-Suche nach "scheitern"

Unmittelbar vor der Parlamentswahl in Italien fühlt sich das Lager von Regierungschef Silvio Berlusconi als Opfer einer "Internet-Intrige".

Bei der Kontrollbehörde für Telekommunikation gingen am Freitag zahlreiche Beschwerden darüber ein, dass eine Google-Suche nach "fallimento", dem italienischen Begriff für "scheitern", die amtliche Biografie Berlusconis auf der Website der italienischen Regierung anzeigt.

Beschwerde bei Google

Die Behörde machte die Polizei auf den Sachverhalt aufmerksam, die daraufhin Ermittlungen aufnahm. Der Webmaster der Regierungswebsite teilte nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ANSA mit, dass Google auf das Ergebnis der Suchanfrage aufmerksam gemacht worden sei.

Die Kontroverse prägte den Abschluss eines erbittert geführten Wahlkampfs, in dem die Rolle der Medien wiederholt in Frage gestellt wurde. Die Parlamentswahl findet am Sonntag und Montag statt.

Auch Grasser und Bush zu finden

Es ist nicht das erste Mal, dass Politiker auf diese Weise bloßgestellt werden. Sucht man Google nach "failure", dem englischen Begriff für "scheitern", taucht an erster Stelle die regierungsamtliche Biografie von US-Präsident George W. Bush auf.

Auch die Website des österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser wird bei einer Google-Suche nach "Inkompetenz" auf Platz eins ausgewiesen.

Der Suchalgorithmus bei Google

Googles Suchalgorithmus wertet üblicherweise Websites, auf die besonders viele Links von anderen Sites verweisen, höher als jene, die weniger oft verlinkt werden.

Je öfter also eine Seite unter einem bestimmten Schlagwort verlinkt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch darunter gefunden wird.

(futurezone | APA | AP)