Objekt der ersten Webcam wieder im Netz
Ein Kultobjekt des WWW ist seit gestern wieder im Netz zu bewundern. Dabei handelt es sich um die Kaffeemaschine, die die weltweit erste Webcam von 1993 bis zum letzten März im Visier hatte.
Die "Krups ProAroma" hatte bis dahin in einer Teeküche an der britischen Cambridge-Universität gestanden. Die Abschaltung der ersten Webcam erfolgte, weil das Computerinstitut umzog - und die Kaffeemaschine kurz davor auch ihren Geist aufgegeben hatte.
Jetzt ist die Maschine restauriert worden und auch wieder im Netz zu bewundern und wird dabei sogar von zwei Webcams beobachtet.
Kaffeemaschine und Webcam befanden sich in der Computer-Forschungsabteilung der Uni Cambridge, die den Namen "Trojan Room" trug. Die Webcam ist im englischsprachigen Raum daher auch als Trojan Room Coffee Machine bekannt.
Das letzte Bild der ersten WebcamDer Gang über den Flur
Als Erfinder der Kaffee-Cam gilt Quentin Stafford-Fraser, als ihr Geburtstjahr 1991. Stafford-Fraser konstruierte damals die Kamera, um über das zunächst intern auf die Computerschirme des Uni-Instituts übertragene Bild stets sehen zu können, ob es gerade Kaffee gab.
Auf diese Weise ersparte er sich und seinen Kollegen unnötige Gänge in die Küche. "Die Fotos wurden bis zu drei Mal in der Minute aktualisiert. Das war ausreichend, da die Maschine sehr langsam Kaffee produzierte, und mit den Graustufen war dies gut zu erkennen", sagte der Wissenschaftler.
Bekannt wurde "XCoffee" erstmals durch einen Artikel, den Bob Metcalfe am 27. Jänner 1992 in der Zeitschrift "Comm Week" veröffentlichte. In der Folge wurde die "XCoffee" von Daniel Gordon und Martyn Johnson umgebaut und auch ins WWW eingespeist und 1993 somit zur ersten "Webcam" der Welt.
Seit damals hätten mehr als 2,4 Millionen User die Website mit der Kaffeekanne besucht, berichtet Stafford-Frasers Kollege Gordon.
Die ganze Geschichte des "Trojan Room Coffee Pot"Teuerste Kaffeemaschine
Nach dem Umzug des Computerinstituts wurde die kaputte aber legendäre Kaffemaschine versteigert, wobei sie mit einem Preis von rund 5.000 Euro einen weiteren Rekord aufstellte.
Den Zuschlag bekam mit Hilfe eines Sponsoren das Magazin "Der Spiegel", das die Firma Krups dazu brachte, die Maschine kostenlos wieder instand zu setzen.
Der Kaffee dürfte zwar immer noch so langweilig schmecken, wie ihn Stafford-Fraser und seine Mitarbeiter zuletzt gefunden hatten, aber ihre eigentliche Aufgabe als Web-Model erfüllt "XCoffee" seit gestern wieder.
Neue Ausblicke auf die Kaffeemaschine
