"Integrierten Mediengruppe der Zukunft"
Der Medienkonzern Bertelsmann will für 1,5 Milliarden Euro seinen Mehrheitsanteil an RTL auf zunächst 89 Prozent ausbauen und strebt eine vollständige Übernahme an.
Der Konzern werde vom britischen Verlagshaus Pearson dessen 22-Prozent-Anteil an RTL für 1,5 Milliarden Euro kaufen, teilte Bertelsmann am Montag mit. Zudem sei ein Angebot für die restlichen knapp elf Prozent der RTL-Anteile geplant, die sich noch im freien Handel befänden. Sollte dies positiv verlaufen, sei ein RTL-Rückzug von der Börse denkbar.
"Das RTL-Geschäft ist der nächste strategische Schritt in Richtung einer vornehmlich auf Fernsehen und Internet ausgerichteten, integrierten Medien- und Unterhaltungsgruppe für die Zukunft", erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff in einer Mitteilung.
Bei RTL hieß es, der Schritt von Bertelsmann werde begrüßt. "Für uns unterstreicht das die Bedeutung, die RTL innerhalb von Bertelsmann hat, und es zeigt auch die Unterstützung von Bertelsmann für die Strategie von RTL", sagte Firmensprecher Markus Payer. Er fügte hinzu, RTL wolle als führendes europäisches Broadcasting-Unternehmen die Marktführerschaft in einzelnen Kernmärkten ausbauen und weiter expandieren.
BertelsmannDelisting
"RTL ist inzwischen der umsatz- und ergebnisstärkste Bereich bei Bertelsmann", sagte Bertelsmann-Sprecher Oliver Herrgesell am Montag zu der Aufstockung.
Den Kaufpreis könne Bertelsmann ohne zusätzliche Kapitalmaßnahmen finanzieren. Zudem sei die Firma zuversichtlich, auch die noch ausstehenden Anteile erwerben zu können.
Bertelsmann werde darüber mit der RTL-Führung sprechen. Dabei sollten je Aktie 44 Euro geboten werden, was dem an Pearson gezahlten Preis entspreche. "Machen genug Aktionäre mit, wäre ein Delisting [der RTL-Aktien] möglich. Wir könnten aber auch wunderbar damit leben, wenn ein Freefloat an der Börse verbleibt", sagte Herrgesell. Der Gütersloher Konzern selbst plant seinen Börsengang in einigen Jahren.
