Vodafone soll Festnetzeinstieg planen

Gerüchte
06.04.2006

Könnte Konvergenz der Dienste vorantreiben

Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone prüft nach Informationen aus Branchenkreisen den Einstieg ins Festnetzgeschäft.

Derzeit prüfe Vodafone unter anderem den Kauf von Colt Telecom und Cable & Wireless. Zudem schaue sich der Konzern den Marktführer BT Group an, so die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Neue Geschäftsstruktur vorgestellt

Allerdings gebe es aus kartellrechtlicher Sicht Bedenken gegen einen Kauf von BT, da BT eine starke Stellung auf dem britischen Markt hat. Um Colt und C&W ranken sich schon seit Monaten Verkaufsspekulationen. Ein Verkauf der deutschen Tochter Arcor sei vom Tisch, hieß es weiter.

Die kolportierten Pläne passen gut zur neuen Geschäftsstruktur, die Vodafone nun vorstellte.

Der Zukauf einer Festnetzgesellschaft würde eine völlige Änderung der Strategie von Vodafone bedeuten, da der sich Konzern bisher auf den Mobilfunk konzentriert hat.

Interesse an neuen Technologien

Künftig soll das Unternehmen in drei Bereiche aufgeteilt werden: Europa sowie Mitteleuropa, Nahost und Asien-Pazifik und schließlich neue Geschäftsfelder und Innovation.

Vor allem die Ankündigung, sich verstärkt neuen Technologien zu widmen, zog das Experteninteresse auf sich. In den Bereich würde etwa eine stärkere Verbindung von Mobilfunk-Technologien und Internet-Diensten fallen.

Reiner Mobilfunk als Nachteil

Vodafones Konzentration auf das reine Mobilfunkgeschäft wird in Zeiten der Konvergenz von Mobilfunk und Festnetz auf günstige Services aus einer Hand eher als Nachteil gesehen. Allerdings müsste Vodafone laut Analysten nicht unbedingt einen Festnetzanbieter kaufen, auch eine Kooperation sei möglich.

Vodafone leidet seit langem unter einem schleppenden Wachstum auf Kernmärkten wie Deutschland und Italien. Kritiker werfen Vodafone-Chef Arun Sarin seit längerem vor, nicht genug gegen den Abwärtstrend des Aktienkurses zu tun.

(futurezone | dpa | Reuters)