"Champagner, Caviar und Concorde"
Die Filmproduktionsfirma Working Title Films, die unter anderem für "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" verantwortlich zeichnet, hat die Filmrechte für die Boo.com-Dramakomödie erworben.
Das Buch "boo hoo: a dot.com story from concept to catastrophe", das von den Boo.com-Gründern mitgeschrieben wurde, wird demnach - wie erwartet - zum Stoff für einen Hollywood-Streifen.
Das erst 18 Monate zuvor gegründete und nur sechs Monaten im Netz aktive Boo.com erklärte sich im Mai 2000 für zahlungsunfähig. Boo.com galt bis kurz davor noch als eines der gewinnträchtigsten Online-Handelsunternehmen in Europa. Die beiden Eigentümer, Leander und Malmsten, äußerten ihr "tiefes Bedauern", dass keine zusätzlichen Finanzmittel für die Rettung der Firma gefunden werden konnten. Das Unternehmen hatte vor allem Sport- und Trendmode verschiedener Anbieter im Programm.
Der Dot-com-Tod als Hollywood-KomödieDie drei Cs
Die beiden Protagonisten und Erzähler der "großen Dot-com-Saga" sind allerdings alles andere als vetrauenswürdige Chronisten, nach eigenen Aussagen kam und kommt es ihnen vor allem darauf an, ein Luxusleben zu führen und im Rampenlicht zu stehen.
Ein Boo.com-Systemanalyst erklärte kurz nach der Pleite im Mai 2000 gegenüber dem "London Telegraph" die Ausgaben des Unternehmens so:
"Während der ersten neun Monate wurde die Firma nach den Regeln der drei Cs geführt: Champagner, Caviar und Concorde. Man bekommt eben nicht oft 130 Millionen Dollar zum Ausgeben. Es hat wirklich Spaß gemacht."
Die Summe des "verbrannten" Kapitals stellte sich später dann allerdings als noch höher heraus. Andere Ex-Angestellte hielten zudem auch eher "Cocaine" statt "Caviar" für Firmen-typisch.
