Festplatten aus dem Schutt des WTC
Der Verdacht auf Insider-Geschäfte im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das World Trade Center hat im September die größte Insider-Untersuchung der Geschichte ausgelöst.
Dabei werden wichtige Hinweise ausgerechnet in den Trümmern des WTC vermutet, da viele Geschäfte über Firmen liefen, die im WTC ansässig waren.
Von diesen hatten nicht alle die extrem kostspieligen Back-up-Systeme, welche die Daten fast in Echtzeit auf Speicher an anderen Standorten übertragen, sodass Spuren zu den gesuchten Transaktionen auf Festplatten vermutet werden, die im Schutt des WTC gefunden wurden.
Um an die Daten der stark beschädigten und verdreckten Platten zu kommen, wird dabei jetzt vor allem auf eine neue Wiederherstellungstechnik einer deutschen Firma gesetzt.
Datenrettung in der KatastropheMammut-Unterfangen
Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will im Zusammenhang mit möglichen "Terror-Spekulationen" Zehntausende von Börsentransaktionen überprüfen. Die größte Insider-Untersuchung in der Finanzgeschichte soll zu den Hintermännern der Attentäter führen.
Die US-Behörden haben dazu schon im September von der Londoner Financial Services Authority und zahlreichen anderen europäischen Finanzaufsichtsbehörden sämtliche Handelsdaten über alle US-Wertpapiere angefordert, die an den jeweiligen Finanzplätzen in den Tagen vor den Anschlägen gehandelt wurden.
Dazu zählen sämtliche Namen, Kundennummern, Adressen und Telefonnummern aller Personen und Firmen, die zwischen dem 27. August und dem 11. September US-Wertpapiere aller Art gehandelt haben. Darunter fielen neben Aktien auch Indexzertifikate, Aktientermingeschäfte sowie Optionen auf einzelne Aktien und auf Aktientermingeschäfte. Die Ermittler sollen sich zunächst auf ungewöhnliche Handelsmuster beschränken, vor allem bei Luftfahrt-, Hotel-, Broker-, Bank-, und Versicherungsaktien.
Größte Insider-Untersuchung der GeschichteLasersystem
Die US-Ermittler haben mit der Wiederherstellung der Daten der Festplatten aus dem WTC-Schutt auch das deutsche Unternehmen Convar Systeme beauftragt.
Convar setzt dabei ein selbst entwickeltes System ein, bei dem die beschädigten Platten mit einem Laserverfahren abgetastet werden, was insbesondere bei stark verdreckten Festplatten den Vorteil hat, dass weitere Beschädigungen durch die Leseversuche ausgeschlossen sind.
Convar-Sprecher Peter Wagner sagt außerdem, dass das Laserverfahren nicht nur sicherer als herkömmliche Vorgehensweisen ist, sondern zudem auch noch kostengünstiger.
Das Unternehmen hat bereits 39 Festplatten aus dem WTC wiederhergestellt, weitere 42 sind bereits eingetroffen und müssen noch bearbeitet werden.
Convar berechnet je nach Aufwand zwischen 20.000 und 30.000 USD für die Wiedergewinnung der Daten von schwer beschädigten und verdreckten Platten.
Convar
