18.12.2001

DRAM-DRAMA

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Kooperation Infineon - Toshiba geplatzt

Die Verhandlungen von Infineon und Toshiba über eine Kooperation im verlustreichen Speichergeschäft sind überraschend geplatzt.

Nach intensiven Gesprächen habe sich herausgestellt, dass keine der diskutierten Optionen für beide Seiten zukunftsfähig wäre, sagte Infineon-Chef Ulrich Schumacher heute.

Die Konkurrenten wollten nach Informationen aus Branchenkreisen ein Gemeinschaftsunternehmen für Speicherchips gründen, an dem Infineon die Mehrheit gehabt hätte. Beide Konzerne wollen nun nach neuen Partnern Ausschau halten.

Branche leidet unter Preisdruck

Auch wenn die Preise zuletzt wieder etwas anzogen, leidet die gesamte Branche unter dem Preisdruck bei Speicherchips. Die Preise für einen 128-Megabit-Speicher waren bis Ende September binnen Jahresfrist von 15 auf unter einen Dollar gefallen. Das war eine der Hauptursachen der zuletzt hohen Verluste bei Infineon. Im Geschäftsjahr 2000/01 [per 30. September] erzielte das Unternehmen vor Steuern und Zinsen ein Minus von einer Milliarde Euro.

Eine Infineon-Sprecherin wollte das Ende der Verhandlungen mit Toshiba nicht als Rückschlag werten. Die Kooperation mit den Japanern sei keine strategische Notwendigkeit gewesen. Vielmehr habe man die Gelegenheit nutzen wollen, die Konsolidierung der Branche mit voranzutreiben.

Große Pläne für gemeinsame Tochter

Dennoch dürfte das Platzen des Geschäfts nach Einschätzung von Beobachtern langfristig wichtige strategische Auswirkungen haben. Laut Brancheninformationen wollte Infineon das Gemeinschaftsunternehmen mit Toshiba in ein bis zwei Jahren an die Börse bringen und sich mittelfristig auf diesem Weg ganz von dem zentralen Geschäftsfeld trennen.

Toshiba flirtet mit Micron Technology

Toshiba sieht nun Micron Technology als möglichen neuen Partner an. Der US-Konzern wiederum hatte in den vergangenen Wochen einen Zusammenschluss mit dem südkoreanischen Hersteller Hynix geprüft.