17.12.2001

WEGWEISEND

Bildquelle: ferrero

"Kinder" gehört nicht Ferrero

Die Österreich-Tochter des italienischen Süßwarenkonzerns Ferrero ist mit ihrer Klage gegen die Inhaber der Domain "www.kinder.at", die Wiener Firma MediaClan, abgeblitzt.

Das Handelsgericht Wien hat schon in der Vorwoche erster Instanz für MediaClan entschieden, teilte die siegreiche Partei erst am Montag mit:

"Auch der hohe Bekanntheitsgrad der Marke 'kinder' vermag nichts daran zu ändern, dass unter 'kinder' in erster Linie junge, minderjährige Menschen verstanden werden und nicht Lebensmittel", hieß es in der Urteilsbegründung.

Alltagssprache

Laut Gericht handelt sich aber bei "Kinder" um ein "Wort der Alltagssprache". "Der Schriftzug mit dem schwarzen 'k' und dem roten 'inder' mag durchaus bei einem überwältigenden Teil der angesprochenen Verkehrskreise die Assoziation mit den Marken und Produkten der Klägerin erwecken, beim reinen Wort 'kinder' ist das sicher nicht der Fall", so die Urteilsbegründung weiter.

MediaClan zeigte sich angesichts des Urteils erfreut: "Es würde wohl jeglicher Logik entbehren, wenn das Wort 'kinder' nur mehr von einer Firma wirtschaftlich verwendet werden dürfte", meinte der Anwalt der Firma MediaClan, Michael Pilz.

Berufung

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. MediaClan rechnet damit, dass Ferrero in die zweite Instanz gehen wird. Nach Urteilsverkündung am Montag der Vorwoche hat Ferrero nun vier Wochen Zeit, um Berufung einzulegen.