Raubkopien "im Auftrag von Microsoft"
Ein deutscher CD-ROM-Hersteller hat unwissentlich gefälschte Microsoft-Produkte mit einem Marktwert von mehr als 60 Millionen USD produziert.
Auftraggeber war ein Broker, der mit gefälschten Dokumenten den Anschein erweckte, die Aufträge seien von Microsoft autorisiert worden.
MicrosoftÜberall illegale CDs
Nachdem der überraschte CD-ROM-Hersteller von Microsoft Deutschland auf den Fall hingewiesen worden war, lieferte er laut Microsoft alle Informationen, um juristische Schritte gegen den Broker und seine Handlanger einzuleiten. "Der Markt war voller illegaler CDs", sagte Microsoft-Rechtsanwalt Thomas Urek.
Nach mehreren Durchsuchungen ermittelt die Polizei weiter in dem Fall. Um zusätzlichen Schaden zu vermeiden, hält Microsoft den Namen des CD-Produzenten weiterhin geheim. Auch die Höhe der Summe, die das Unternehmen im Rahmen eines Vergleichs an Microsoft gezahlt hat, werde nicht veröffentlicht, hieß es in einer MS-Mitteilung.
"Hohe Verluste" durch SoftwarepiraterieMillionenschaden
Den Kampf gegen Raubkopien betreibt die Software-Industrie vor allem über die Business Software Alliance [BSA], einen globalen Interessenverband zum Schutz von Software als geistiges Eigentum.
Das illegale Kopieren von Computersoftware hat der Industrie laut der BSA im vergangenen Jahr allein in Deutschland angeblich einen Schaden von 650 Millionen Euro zugefügt.
Deutschland belegt damit im westeuropäischen Vergleich mit Abstand Platz eins auf der Verlustliste.
In der Fernwärme Wien sind erst im November knapp 4.000 Stück illegale Software und gefälschte Computermäuse verbrannt worden. Unter Aufsicht des österreichischen Zolls wurde die beschlagnahmte Ware im Hochofen der Müllverbrennungsanlage verheizt. Mit der Aktion wollte die BSA über das Risiko des Einsatzes illegaler Software aufklären.
3.500 Stück Windows-98-CDs verbrannt
