27.12.2001

ERSTER TAG

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"Hacking is not a Crime"

Der Chaos Computer Club lädt zum 18. "Chaos Communication Congress", der wie jedes Jahr vom 27. bis 29.12. in Berlin im Haus am Köllnischen Park über die Bühne gehen wird. Der diesjährige Congress befasst sich im Speziellen mit den Freiheitsrechten in Datennetzen.

"Eine Vielzahl von gesetzlichen Maßnahmen sind dieses Jahr in einer von Terroranschlägen und Kriegspropaganda gezeichneten Situation ohne Rücksicht auf die Netznutzer und Datenschutzaspekte erlassen worden." erläuterte dazu CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn den Hintergrund.

Insbesondere die Legalisierung nahezu unbegrenzter Zugriffsrechte auf Internet- und Telefonverbindungen durch die Geheimdienste ist eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Congresses.

Nachhilfe für Politiker

Auch das mangelnde Verständnis der Sicherheitsaspekte von Computern durch die Politiker wird die internationalen Teilnehmer des Congresses dieses Jahr beschäftigen.

Mit der vom europäischen Rat verabschiedeten Cybercrime-Convention wurde dieses Jahr ein Gesetz verabschiedet, das etwa die Verbreitung von Computerviren unter Strafe stellt.

"Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Chaos Computer Club trotz intensiver Forschung noch keinen Computervirus gefunden, der sich um Gesetze kümmert" kommentierte Club-Sprecher Jens Ohlig das Gesetz.

"Besorgniserregend ist hingegen die Tatsache, dass bereits die Veröffentlichung von Angriffsmethoden und die Verbreitung von Werkzeugen zum Testen von Sicherheitsmaßnahmen in Datennetzen in Zukunft unter Strafe stehen sollen. Damit wäre die freie und notwendige Auseinandersetzung mit den Problemen der Computersicherheit eingeschränkt und somit die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten verbaut." führte CCC-Sprecher Müller-Maguhn die Bedenken des Clubs aus.