© AP/Mel Evans, Frau liegt am Strand und telefoniert

EU: Reden wird billiger, Surfen bleibt teuer

ROAMING
23.06.2010

Wegen neuer Roaming-Obergrenzen sinken ab 1. Juli die Preise für Sprachtelefonie im EU-Ausland weiter. Schutz vor überraschend hohen Kosten bietet auch eine neue Regelung für die Mobilbox. Weiterhin ungeregelt sind Tarife für mobiles Internet und MMS, die Preise sind zum Teil gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Sommerangebote der heimischen Mobilfunker im ORF.at-Vergleich.

Mit der Erweiterung der EU-Roaming-Verordnung wurde die ursprüngliche Frist bis 30. Juni 2010 bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Auch heuer wurde wieder eine Senkung der Preisobergrenzen für Sprachtelefonie von der EU vorgeschrieben, die von den österreichischen Mobilfunkern exakt eingehalten wird - mit Ausnahme von "3". Der kleinste Mobilfunkanbieter Österreichs bleibt mit seinen Preisen unter dem Limit (alle Preisangaben inkl. MWSt.).

Österreichische Urlauber im EU-Ausland zahlen ab heuer 46,8 Cent pro Minute für ein Gespräch nach Hause und 18 Cent für ein angenommenes Telefonat (Passivminute). Unverändert bleiben die 13,2 Cent für eine SMS aus dem Urlaubsland, für den Empfang einer SMS im EU-Ausland darf nichts verrechnet werden. Die Taktung erfolgt sekundengenau, bei ausgehenden Telefonaten jedoch erst nach 30 Sekunden (30/1), bei eingehenden Anrufen ab der ersten Sekunde (1/1).

Verrechnung von Sprachnachrichten

Die Mobilfunker begründeten die Verrechnung von Sprachnachrichten damit, dass Anrufe erst ins Reiseland gesendet werden mussten, um festzustellen, ob der Anruf angenommen wird. Wurde der Anruf in die Mobilbox umgeleitet, so fielen beim Angerufenen die Passivgebühr und zusätzlich der Roaming-Tarif für die Rückleitung des fehlgeschlagenen Anrufs zur Mobilbox in Österreich an.

Kostenfalle Mobilbox fällt weg

Eine neue Regelung gilt ab Juli auch für Sprachnachrichten auf der Mobilbox. Für den Empfang einer Sprachnachricht im EU-Ausland dürfen die Mobilfunkbetreiber keine Entgelte mehr erheben. Bis dato war es üblich, hier Aktiv- sowie Passivgebühren zu verlangen, womit für eine Nachricht quasi doppelte Kosten verrechnet wurden. Für das Abhören der Sprachnachricht, also der Mobilbox, kann nach wie vor der vereinbarte Tarif für aktive Telefonate verlangt werden.

Wird innerhalb des Urlaubslandes ein Taxi angerufen, dann werden in der Regel die gleichen Kosten wie für ein Telefonat nach Österreich fällig, egal ob innerhalb oder außerhalb der EU. Vorsicht ist auch bei der Taktung bei Gesprächen außerhalb der EU geboten, zumeist wird jede angefangene Minute (60/60) verrechnet.

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Datenroaming und MMS bleiben teuer

Nach wie vor keine fixe EU-Regelung gibt es für MMS und Datenroaming in den 27 Mitgliedsstaaten. Schickt man den Liebsten zu Hause mehrere Fotos aus dem Urlaub, so kann das in Summe teuer werden, zumeist wird auch eine Gebühr für den Empfang verrechnet.

Auch das Surfen im Internet außerhalb Österreichs ist und bleibt sehr teuer. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn das Handy automatisch regelmäßig E-Mails abfragt. Einen minimalen Schutz vor überraschend hohen Kosten bietet die seit 1. März von der EU vorgeschriebene Kontrollfunktion, die vom Mobilfunkanbieter zur Verfügung gestellt werden muss.

Verpflichtende Kontrollfunktion beim Surfen

Demnach hat der Kunde die Möglichkeit, einen monatlichen Höchstbetrag für Datenroaming-Dienste festzulegen. Werden 80 Prozent des Datenvolumens beziehungsweise des Geldbetrags verbraucht, muss der Kunde darüber informiert werden. Wurde der vereinbarte Höchstbetrag überschritten, wird der Dienst zunächst eingestellt, und der Betreiber muss eine Meldung über die Reaktivierung und die zusätzlichen Kosten erbringen.

Wird mit dem Mobilfunkanbieter kein konkretes Limit vereinbart, wird es - wie in der EU-Verordnung vorgesehen - ab 1. Juli automatisch auf den monatlichen Höchstbetrag von etwa 60 Euro gesetzt. Wer auf das mobile Internet verzichten und sichergehen will, kann als Alternative das Datenroaming vor dem Urlaub gänzlich sperren lassen.

Österreichischer Tarifdschungel

Laut Wirtschaftskammer reisen österreichische Urlauber nach wie vor gerne ans Meer. Beliebte Reiseziele außerhalb der EU sind die Türkei und Kroatien, aber auch Ägypten. Auch die USA und Kanada werden in den Sommermonaten gerne von den Österreichern bereist. In diesen Ländern kommen Urlauber mit einer SMS besser weg. Das Telefonieren und Annehmen von Gesprächen ist teilweise sehr teuer, und die Tarife je nach Anbieter sehr unterschiedlich.

Die nachfolgenden Tarifangebote sind zum Teil noch nicht auf den Websites der Anbieter abrufbar und großteils erst ab 1. Juli gültig. Bei den Sommerangeboten wurden nur jene berücksichtigt, deren Bindungsdauer maximal einen Monat beträgt oder deren Buchung keine zusätzlichen Kosten verursacht und somit für eine vorübergehende Inanspruchnahme während des Urlaubs geeignet scheint.

Gold und Silber bei mobilkom

Für mobilkom-austria-Kunden gilt der A1-World-Tarif als Standard für Telefonate im EU-Ausland. Die Preise haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Unterschieden wird zwischen Gold- und Silbertarif. Der günstigere Goldtarif kommt bei der Einwahl in spezielle Partnernetze der mobilkom zum Einsatz, Silber bei allen anderen Netzbetreibern. Für den Silbertarif werden meist 20 bis 30 Cent mehr als beim Goldtarif verrechnet.

Ein Anruf aus einem Partnernetz in den USA kostet demnach 2,10 Euro. Wesentlich teurer sind Telefonate aus Ägypten, diese schlagen mit 4,10 Euro zu Buche. Die Passivgebühr beträgt in beiden Ländern immerhin noch 1,95 Euro. Für eine SMS werden 42 Cent verrechnet, MMS kosten 99 Cent, egal ob empfangen oder gesendet wird.

Urlaubspakete ohne Bindung und Grundgebühr

Die World-Goldtarife für die Türkei, Kroatien und Zypern sind zwar günstiger, empfehlenswert ist jedoch für diese Länder der Traveler-Tarif (gilt für sieben Urlaubsdestinationen) ohne Bindung und Grundgebühr. Anrufe aus diesen Ländern kosten dann statt 1,2 Euro bzw. zwei Euro nur noch 49 Cent in der Minute, wird man angerufen, werden 29 Cent statt 65 bzw. 95 Cent verrechnet. Für eine SMS zahlen die Traveler-Kunden 25 Cent statt 32 Cent. MMS kosten 89 Cent bei Empfang und Versand.

Mobilkom-Pauschalpakete gibt es für 37 Länder (EU sowie etwa Ägypten, Türkei und Kroatien). A1 Call Inclusive beinhaltet etwa 30 Gesprächsminuten (aktiv und passiv) für zehn Euro (33 Cent pro Minute) im Monat. Mit A1 Grenzenlos 100, 200 und 300 werden entsprechend viele Minuten für 30, 60 und 90 Euro im Monat angeboten. Die zeitliche Gültigkeit der Pakete richtet sich nach dem Abrechnungszyklus der A1-Rechnung.

Teure Datenpakete

Wer im Ausland mit dem Handy ins Internet geht, zahlt im Standardtarif World Data für jede einzelne Session, wobei bei längerem Surfen der Preis pro 100 KB billiger wird. Bei Nutzung von A1-Goldpartnern kostet demnach eine Session mit bis zu 100 KB bereits 99 Cent, für Privatpersonen ist das unerschwinglich. Verbrauchen die Nutzer bis zu ein MB, werden 89 Cent/100 KB verrechnet, bei mehr als einem MB sinkt der Preis auf 49 Cent/100 KB. Der wesentlich höhere Silbertarif liegt bei 1,39 Euro pro 100 KB.

Für Europa-Urlauber zahlt sich das neue Datenpaket A1 Europe Data aus, das ohne Aktivierungs- und Grundentgelt angeboten wird. Für Sessions mit bis zu 100 KB werden 79 Cent, für bis zu ein MB 69 Cent und bei mehr als einem MB 29 Cent pro 100 KB verlangt. Wer kurzfristig einmal länger ins Netz möchte, muss mehr hinlegen. Für Smartdata Grenzenlos 24 Stunden verlangt A1 fünf Euro für fünf MB Datenvolumen. Das Angebot verfällt nach 24 Stunden und ist in 47 Ländern nutzbar. A1 Smartdata Grenzenlos 20 MB beinhaltet das entsprechende Volumen für 19 Euro monatlich, muss aber extra abgemeldet werden.

T-Mobile hebt Tarife für EU-Ausland an

Auch das EU-Zonenroaming von T-Mobile entspricht ab Anfang Juli exakt den EU-Vorgaben. Inkludiert sind, wie zumeist üblich, die Länder Island, Norwegen und Liechtenstein. Anrufe aus Kroatien und der Schweiz (Zone zwei) sind im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel teurer geworden und kosten 1,29 Euro (aktiv) bzw. 59 Cent (passiv) pro Minute. Für eine SMS werden nach wie vor 25 Cent verrechnet.

Auch für die Zonen drei (Türkei, Kanada und USA) und vier (Ägypten) wurden die Preise angehoben. Ein Gespräch aus der Türkei kostet 1,99 Euro aktiv bzw. 99 Cent passiv pro Minute. Ein Telefonat aus Ägypten kostet 3,49 Euro aktiv bzw. 1,49 Euro passiv. Für SMS werden 35 Cent (Zone drei) bzw. 40 Cent (Zone vier) berechnet.

Günstige Pakete für Langtelefonierer

Für Langtelefonierer bietet T-Mobile die Option Holiday Europa (inkl. Norwegen, Island und Liechtenstein) an. Der Tarif enthält keine Grundgebühr, ist netzunabhängig, und auch ankommende Gespräche sind kostenlos. Für Telefonate aus dem EU-Ausland werden lediglich 25 Cent pro Minute verrechnet, dafür sind zusätzlich 90 Cent pro Gespräch zu löhnen.

Die Preise für Internet-Nutzung sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, bleiben aber auf sehr hohem Niveau. Mit 20 Cent pro 100 KB surft man in der EU-Zone. In der Schweiz und Kroatien (Zone zwei) sind es jedoch bereits 1,10 Euro pro 100 KB, für die Zone drei und vier steigt der Preis auf 1,50 Euro pro 100 KB. Zum Surfen in den 33 ausländischen Partnernetzen bietet T-Mobile den Worldclass DayPass für 15 Euro pro Tag (24 Stunden) und 50 MB Volumen.

Der MMS-Empfang im Ausland ist für T-Mobile-Kunden generell gratis. Für das Versenden werden bei bis zu 30 KB Volumen ein Euro, bei bis zu 100 KB 1,50 Euro verrechnet.

Orange: Teure Telefonate außerhalb der EU

Auch Orange orientiert sich bei den Gesprächstarifen und SMS innerhalb der EU-Zone genau an den Vorgaben. Die EU-Tarife gelten auch für die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen. Ansonsten erfolgt die Tarifgliederung nach geografischen Zonen. Telefonate von Kroatien nach Österreich kosten mehr als bei der Konkurrenz. Für Gespräche aus Kroatien zahlt man 1,49 Euro pro Minute, die Passivminute kostet 59 Cent. Mit 1,99 Euro aktiv bzw. 69 Cent passiv ist der Tarif für die Türkei gleich geblieben. Für ein SMS werden 25 Cent bzw. 35 Cent verrechnet.

Für Gespräche aus den USA und Kanada (Zone vier) nach Österreich verlangt Orange 1,99 Euro, für Anrufe von zu Hause 1,49 Euro in der Minute. Teurer als bei der Konkurrenz sind Gespräche aus Ägypten (Zone fünf), die aktiv stolze 3,79 Euro und passiv 1,69 Euro pro Minute kosten. Hier empfiehlt sich ein SMS um immer noch stolze 40 Cent. Die MMS-Preise sind einheitlich: Versenden kostet 90 Cent, Empfangen 60 Cent.

Für den Datentransfer werden in Kroatien bei Einwahl in das Partnernetz 80 Cent pro 100 KB verlangt. Die Nutzung anderer Netzbetreiber ist wesentlich teurer und kostet - wie etwa auch in der Türkei, den USA und Ägypten (Zonen zwei bis sechs) - 1,50 Euro pro 100 KB.

EU-Sprachpakete zahlen sich aus

Für Urlaubsdestinationen im EU-Raum, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz bietet Orange zwei Sprachroaming-Pakete an. Das Europa-Travel-Paket für fünf Euro inkludiert 20 aktive oder passive Gesprächsminuten und gilt 30 Tage lang ab der Aktivierung, wobei beliebig oft verlängert werden kann. Der Tarif (25 Cent pro Minute) eignet sich also für Urlauber, die nur im Notfall, dafür aber relativ günstig im Ausland telefonieren wollen.

Das Europa-Roaming-Monatspaket gibt es um zehn Euro pro Monat. Inkludiert sind 100 passive Freiminuten, für Anrufe werden 34 Cent pro Minute verlangt. Das Monatspaket wird ohne Bindung angeboten, jedoch gilt das Paket nur bei Nutzung bevorzugter EU-Partnernetze.

Wer im Urlaub nicht nur im Meer surfen will, kann bei Orange das Internet-Paket Europa buchen. Für einen Euro monatlich (ohne Bindung) bekommt der Kunde jedes MB Datentransfer zum Preis von einem Euro. Das Abrechnungsintervall beträgt jedoch 100 KB, zu Monatsende wird auf volle MB aufgerundet. Empfehlenswerter ist das Internet-Paket Europa Travel. Der Preis pro MB bleibt mit einem Euro gleich, und das ohne Grundgebühr. Dafür ist das Angebot auf 30 Tage limitiert, kann jedoch beliebig oft verlängert werden.

"3"-Preise unter der EU-Obergrenze

Innerhalb der EU sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein unterbietet "3" die vorgeschriebene Roaming-Obergrenze für Aktivgespräche und SMS. Für ein Telefonat nach Österreich werden 42 Cent pro Minute verrechnet, ein SMS schlägt mit 13 Cent zu Buche. Für angenommene Gespräche werden die von der EU vorgeschriebenen 18 Cent veranschlagt. In den "3 Like Home"-Ländern wird wie immer die Möglichkeit angeboten, in den Schwesternetzen des Unternehmens zu den gleichen Konditionen wie in Österreich zu telefonieren, zu surfen oder eine SMS zu versenden.

Mobiles Surfen in der EU-Zone ist nur für Intensivnutzer am billigsten. Unabhängig vom gewählten Netz werden 1,29 Euro pro MB verrechnet (Taktung: 51,2 KB). Günstiger sind die Datenroaming-Pakete, die für die EU-Zone sowie die Schweiz, Liechtenstein, Island, die USA und Südafrika ab Juli angeboten werden. Für 20 MB werden acht Euro, für 100 MB 44 Euro und für 250 MB 89 Euro verlangt. Die Roaming-Pakete können jederzeit zusätzlich zum bereits bestehenden Tarif an- und abgemeldet werden.

Für Gespräche aus den USA (Zone zwei) liegt der Preis bei 69 Cent pro Minute bzw. 59 Cent für Passivminuten. In der Türkei und Kroatien (Zone drei) kostet ein Gespräch 1,45 Euro, wird man angerufen, werden 69 Cent pro Minute verlangt. Telefonate aus Ägypten und Tunesien (Zone fünf) kosten 2,99 Euro bzw. 0,89 Euro. Eine SMS kostet in allen Ländern einheitlich 25 Cent.

MMS-Preise im EU-Ausland gestiegen

Der Preis für eine MMS bei "3"-Kunden setzt sich beim Versand aus den einmaligen Kosten pro MMS zuzüglich Datenvolumen zusammen, beim Empfang werden 100 KB Datenvolumen verrechnet. Im EU-Raum (ausgenommen "3 Like Home"-Länder) sind 43 Cent pro MMS beim bevorzugten Netzpartner zu zahlen.

Im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind die Versandkosten außerhalb der EU. Eine MMS aus den USA im Netz des bevorzugten Partners kostet heuer 39 Cent anstatt 33 Cent. Für die Daten werden 90 Cent pro MB verrechnet. Wird für den Versand kein Partner gewählt, werden 1,06 Euro pro Nachricht und stolze 7,55 Euro pro MB kassiert. Eine MMS aus der Türkei kostet einmalige 1,90 Euro sowie 15,94 Euro pro MB. Der Versand einer MMS aus Kroatien kostet heuer mit 76 Cent knapp das Doppelte, die 4,55 Euro pro MB blieben gleich.

Diverse Roaming- und Urlaubspakete gibt es für die EU-Zone sowie die Schweiz, Liechtenstein, Island, die USA und Südafrika. Für 15 Euro gibt es das Holiday-all-inclusive-Paket mit 30 Gesprächsminuten (aktiv oder passiv), 20 SMS, fünf MMS und 20 MB. Das Paket ist 21 Tage gültig und läuft automatisch aus. Für reine Sprachtelefonie gibt es Roaming-Pakete zu 60, 120 und 360 Minuten, die ab Juli 15 (25 Cent pro Minute), 25 (20,8 Cent) bzw. 75 Euro (20,8 Cent) kosten. Auch diese Pakete können jederzeit an- und abgemeldet werden.

Resümee: Auf die Netzauswahl achten

Ein Blick auf die Sommerangebote der Mobilfunkanbieter ist empfehlenswert. Zum Teil werden die Roaming-Pakete für das gewünschte Reiseland kostenlos angeboten, der Kunde muss sich jedoch extra anmelden, um in den Genuss der Preisreduktionen zu kommen.

Aber Achtung: Die Angebote gelten meist nur für Partnernetze, weshalb die Konfigurationsmöglichkeiten des Handys vor der Abreise genauer erkundet werden sollten, insbesondere bezüglich der "manuellen Netzauswahl". Da sich das Handy in das Netz jenes Betreibers einbucht, der den stärkeren Empfang bietet, sollte außerhalb der EU darauf geachtet werden, dass der bevorzugte ausländische Netzpartner des heimischen Mobilfunkbetreibers benutzt wird. Wer sichergehen will, gibt den Netzpartner manuell am Handy ein.

Obergrenzen sinken 2011 nochmals

Am 1. Juli 2011 werden die Tarife laut EU-Roaming-Verordnung zum letzten Mal sinken. Für aktive Telefonate dürfen dann maximal 42 Cent und für passive Gespräche maximal 13,2 Cent im EU-Ausland verlangt werden - zum großen Unmut der Mobilfunkanbieter.

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Ein AK-Test bei acht Anbietern in Griechenland, Italien, Spanien, Kroatien und der Türkei zeigt, dass Roaming außerhalb der EU weiterhin sehr teuer sein kann.

Zum Zeitpunkt der Einführung (2007) habe der Verbraucherpreis fünfmal mehr als die tatsächlichen Kosten betragen, die die Unternehmen untereinander verrechnen, erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) zu einer Klagsentscheidung. T-Mobile, Vodafone, Telefonica 02 und Orange hatten in Großbritannien gegen die Obergrenzenregelung Klage eingebracht, weil die EU damit unzulässig in den freien Markt eingreife. Der EuGH wies diesen Vorwurf zurück.

EU-Kommission: Roaming bis 2015 abschaffen

Als Reaktion auf das EuGH-Urteil gab die EU-Kommission in einer Aussendung bekannt, die Roaming-Gebühren im Rahmen der "Digitalen Agenda" bis 2015 gänzlich abschaffen zu wollen. Bis 30. Juni dieses Jahres soll ein Zwischenbericht zu den Auswirkungen der bisherigen Roaming-Verordnung erstellt werden.

Bis dahin gilt jedoch: Eine SMS kommt billiger als ein Anruf. MMS und Datenroaming sind nach wie vor in der EU wie auch außerhalb teuer. Denn die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr großteils gleich geblieben und kaum gesunken. Speziell im Smartphone-Zeitalter täten die Anbieter gut daran, ihre Tarifmodelle so zu überarbeiten, dass die Kunden die spezifischen Vorteile der Geräte - etwa deren Navigationsfunktionen - auch im Ausland zu vernünftigen Preisen nutzen können.

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(futurezone/Claudia Glechner)