24.11.2005

KOLPORTIERT

Ablösegerüchte um TA-Chef Sundt

Bei der Verstaatlichtenholding ÖIAG ist in den letzten Wochen angeblich ein Versuch der vorzeitigen Ablöse von Telekom Austria-Chef Sundt gescheitert.

Noch bevor die Causa zur Abstimmung vorgelegt werden konnte, sei die ÖIAG damit im Aufsichtsrat abgeblitzt, berichtet "Der Standard" in der Donnerstag-Ausgabe.

ÖIAG dementiert

Doch das Sesselsägen soll laut "Standard" bereits am 13. Dezember bei der nächsten Aufsichtsratssitzung weitergehen.

Die ÖIAG dementierte den Bericht. Es werde wie geplant ein Jahr vor Auslaufen des Vertrages über die Nachfolge entschieden, das sei der April 2006, so Sprecherin Anita Bauer.

Auch Finanzchef muss gehen

Das Aufsichtsratspräsidium soll zudem damit beauftragt werden, einen Personalberater auszuwählen, der nicht nur einen Nachfolger für Heinz Sundt finden muss, sondern auch gleich einen für Finanzchef Stefano Colombo.

Colombo soll seinen Sessel zeitgleich mit dem Generaldirektor räumen, so die Zeitung.

Abgang kostet zwei Mio. Euro

Müssen beide gehen, wird das teuer. Kolportiert werden gut zwei Millionen Euro.

Meinungsverschiedenheiten

Zuletzt hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen Telekom Austria und ÖIAG über die künftige Struktur des Ex-Monopolisten gegeben.

Während die ÖIAG eine klassische Holdinglösung mit selbstständigen Töchtern [Festnetz, Mobilfunk] befürwortet, hält der TA-Boss eine solche Umstrukturierung für wenig sinnvoll. Vorstandskollegen von ihm fürchteten um ihre operative Eigenständigkeit.

Als Unterstützer Sundts gelten die TA-Personalvertreter, während Finanzminister Karl-Heinz Grasser ein eher unterkühltes Verhältnis zum TA-Chef nachgesagt wird.