© Nadja Igler, Mobilkonsolen von Nintendo

Nintendo kündigt 3-D-Mobilkonsole an

GAMES
23.03.2010

Der japanische Spielekonzern Nintendo will auf der US-Spielemesse E3 eine neue Mobilkonsole unter dem Projektnamen Nintendo 3DS vorstellen. Das Gerät soll 3-D-Effekte darstellen können, ohne dass der Nutzer dazu eine Spezialbrille aufsetzen muss.

Nintendo Japan kündigte am Dienstag in einer knappen Pressemitteilung den Nachfolger des erfolgreichen Mobilgeräts Nintendo DS an. Der DS wurde in Europa über 40 Millionen Mal verkauft (Stand Dezember 2009), weltweit waren es 114 Millionen (Stand Juni 2009). Das neue Gerät soll ein echter Nachfolger des DS werden und keine Erweiterung wie der zuletzt vorgestellte DSi XL, der lediglich größere Bildschirme bietet. Offizielle Bilder von dem Gerät hat der Hersteller noch nicht veröffentlicht.

3-D ohne Brille

Das neue Gerät läuft unter dem Arbeitstitel 3DS. Seine Besonderheit: Der Bildschirm soll Spiele räumlich darstellen können. Dazu wird keine Spezialbrille benötigt. Allerdings betont Nintendo, dass der 3DS abwärtskompatibel zum DS sein wird.

Gerüchteweise besitzt der 3DS zwei Displays, die sich zu einem großen Bildschirm zusammenschieben lassen. Ebenfalls ein Gerücht: Im Inneren könnten Tegra-Prozessoren von Nvidia zum Einsatz kommen. Eine Form von Bewegungssteuerung wurde auf der Games Developers Conference 2010 bereits kolportiert.

Weitere Informationen sind ab Ende März zu erwarten; Fakten, Daten und Zahlen wird Nintendo erst auf der E3-Messe in Los Angeles im Juni präsentieren. Auf den Markt kommt das Gerät laut Nintendo spätestens bis Ende März 2011.

Veritabler Flop mit Virtual Boy

Nintendo hatte sich bereits 1995 an einem 3-D-Gerät versucht. Der Virtual Boy war einem VR-Helm nachempfunden, in den zwei LED-Displays eingebaut waren. Die Käufer waren wenig beeindruckt -das Gerät war unpraktisch, kabelgebunden und erinnerte eher an eine Taucherbrille als an eine Spielekonsole. Statt der angepeilten 250.000 Stück verkaufte Nintendo lediglich 140.000 Virtual Boys. Nur 800.000 Stück wurden gebaut, die heute als Sammlerstücke gehandelt werden. Designer Gunpei Yokoi, der für Nintendo den originalen Game Boy, Game & Watch und Metroid erfand, verließ daraufhin das Unternehmen.

(Anatol Locker)