Computer hilft bei sozialer Interaktion

Autismus
30.03.2006

Eine Software soll nun Autisten helfen zu erkennen, wann der Gesprächspartner aufmerksam, gelangweilt oder irritiert ist.

Autisten haben nicht nur oft Schwierigkeiten, eigene Emotionen zu zeigen, sondern auch beim Erkennen von Emotionen ihres Gegenübers.

Mit einem Computerprogramm, das die Stimmung der Gesprächspartner mehr oder weniger am Gesichtsausdruck erkennt, wollen Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology [MIT] Media Lab nun Menschen mit Autismus das Leben erleichtern.

Wissenschaftler arbeiten seit Jahren relativ erfolgreich an Computerprogrammen, die mittels Kamera emotionale Regungen von Menschen erkennen. Das System wurde so adaptiert, dass es auf einem kleinen Taschen-Computer [Handheld oder PDA] läuft.

Ebenfalls als eine Art Therapie sieht Nintendo sein Spiel "Brain Training for Adults", mit dem sich der Hersteller vor allem an die ältere Generation wendet.

Stütze für "emotionale Intelligenz"

Eine kleine Kamera, die auf einer Brille befestigt wird, nimmt das Gesicht des Gegenübers auf. Die Software beurteilt dann die Bewegungen der Augenbrauen, Lippen und Nase, aber auch Kopfnicken oder -schütteln und soll daran Emotionen wie Zustimmung, Ablehnung, Unsicherheit und Interesse erkennen können.

Bei einem von Rana El Kaliouby vom MIT entwickelten System liegt die Trefferquote bei Videomaterial bei 64 Prozent. Werden dem System ausgebildete Schauspieler bzw. deren Mimik gezeigt, steigt die Quote bis auf 90 Prozent

Vorläufig soll das System Autismus-Patienten - etwa über Vibration - darauf hinweisen, wenn das jeweilige Gegenüber etwa aus einem Gespräch abdriftet.

(futurezone | APA | New Scientist)