08.12.2001

VORSCHLAG

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US-Bundesstaaten fordern "Windows light"

Der Softwarekonzern Microsoft soll sein Betriebssystem Windows nach dem Willen mehrerer US-Bundesstaaten nur noch in einer vereinfachten Version anbieten dürfen.

Sowohl die Internet-Zugangssoftware als auch die Multimedia-Elemente müssten aus Windows ausgekoppelt werden, forderten die gegen den Konzern klagenden Staaten am Freitag vor einem Bezirksgericht in Washington. Dieses "Windows light" müsse dann auch billiger angeboten werden.

Microsoft nannte in einer am Firmensitz in Redmond veröffentlichten Erklärung die Forderungen der Bundesstaaten "extrem und unproportional".

Windows XP mit Media Player verwoben

Dennoch hat der Konzern von Bill Gates die neueste Version seiner Betriebssoftware, die seit Oktober unter dem Namen Windows XP auf dem Markt ist, noch enger mit dem Internet verzahnt. So ist in Windows XP auch der Media Player integriert, mit dem Musik und Filme aus dem Netz betrachtet werden können.

Mit dem US-Justizministerium und der Hälfte der 18 klagenden Bundesstaaten hatte Microsoft dennoch Anfang November eine gütliche Einigung gefunden. Danach muss Microsoft den PC-Herstellern mehr Freiheiten für den Einbau von Software konkurrierender Firmen geben. Die restlichen neuen Bundesstaaten sowie der Verwaltungsbezirk District of Columbia, in dem die Bundeshauptstadt Washington ihren Sitz hat, halten diese Lösung jedoch für zu Microsoft-freundlich und verfolgen ihre Klage weiter.

Der Justizminister des Bundesstaates Connecticut, Richard Blumenthal, betonte, die Vorschläge der Kläger seien geeignet, die "Lücken und Schlupflöcher" in der zwischen Microsoft und dem Justizministerium in Washington als oberster US-Kartellbehörde ausgehandelten Einigung zu stopfen. Dagegen erklärte der Konzern, die bestehende gütliche Einigung sei ein "ehrlicher und vernünftiger Kompromiss, der gut für die Verbraucher und die Wirtschaft" sei.