"Kein Kadmium in der PS2"
In den Niederlanden hat das staatliche Umweltamt eine Lieferung von 1,3 Millionen Playstation 1 gestoppt.
Die Controler-Kabel der Konsolen enthielten eine um das Zwanzigfache erhöhte Konzentration des giftigen Metalls Kadmium, teilte ein Behördensprecher am Dienstag in Den Haag mit. Eine unmittelbare Gefahr bei direktem Kontakt bestehe nicht, der Auslieferungsstopp sei wegen möglicher Umweltgefahren bei der Entsorgung erfolgt.
Der Sprecher führte weiter aus, dass so verhindert werden soll, dass das Metall in Nahrungskette gelangt, da "Kadmium die Nieren schädigt".
Sony Europa bestätigte den Auslieferungsstopp. Das Unternehmen verwende Kadmium als Stabilisator oder Färbemittel in Kunststoffen, teilte Sony in London mit.
Offenbar war ein guter Teil der Konsolen für den Export bestimmt, da angesichts einer Bevölkerung von 16 Millionen in Holland wohl kaum ein Absatz von 1,3 Millionen erwartet werden konnte.
PlaystationPlaystation 2 nicht betroffen
Sony Computer Entertainment Österreich teilte unterdessen mit, dass es "für das Produkt Playstation 2 weder eine Rückholaktion, noch einen Lieferstopp oder eine Gesundheitsgefährdung gibt.
Die richtige Mitteilung diesbezüglich ist, dass bei der letzten Lieferung des Produkts Playstation One in einem Zubehörteil erhöhte Kadmiumwerte festgestellt wurden. Unser Zentrallager in Tillburg [Holland] hat sofort reagiert und tauscht diesen Zubehörteil [aus dieser Lieferung] bereits aus.
Sony Computer Entertainment Österreich wird bereits ab dem 10. Dezember 2001 wieder PS1 aus dem Zentrallager in Tillburg ausliefern.
Sony Computer Entertainment Österreich wird auch keine Rückholaktion für bereits verkaufte PS1 starten, weil das laut den holländischen Zollbehörden nicht notwendig ist. Es besteht für alle PS1, die in der Vergangenheit in Österreich verkauft wurden, ebenfalls keine Gesundheitsgefährdung."
Weihnachtsüberraschung
Neben den Spielekonsolen wurde auch die Auslieferung von 800.000 Zubehörteilen für Computer gestoppt. Die beschlagnahmte Ware hat insgesamt einen Wert von 182 Millionen Euro.
Sony kündigte an, die betroffenen Kabel umgehend auszutauschen. Ein Unternehmenssprecher zeigte sich optimistisch, mit der Auslieferung der betroffenen Playstations Mitte Dezember beginnen zu können.
Trotzdem bedeutet die Entscheidung des Umweltamtes einen schweren Schlag für das Weihnachtsgeschäft des japanischen Anbieters.
