29.11.2001

ENGPASS

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Nachschubmangel bei Pentium-4-Modellen

Intel kann in manchen Regionen die unerwartet hohe Nachfrage nach Pentium-4-CPUs nicht befriedigen. "Ausverkauft", heißt es bei einigen Händlern in Tokio. Aber auch Dell hat den fehlenden P4-Nachschub schon zu spüren bekommen.

Zumindest für einige Tage hat Dell sein Zwei-GHz-Pentium-4-Angebot gestoppt. Laut dem US-Dell-Sprecher Tom Kehoe dauerte die Unterbrechung nur kurz, mit weiteren Nachschubproblemen rechne er nicht.

In Japan ist die Lage vor allem für die kleinen Händler angespannt. "Zurzeit ist die Nachfrage größer als unser Angebot", bestätigt Hisashi Nagai, Sprecher der japanischen Intel-Niederlassung Intel KK.

Sockel-Verwirrung

Der zwischenzeitliche Pentium-4-Engpass ist zum Teil hausgemacht. Schuld sind neben der Nachfrage die unterschiedlichen Sockel, die der P4-Chip nutzt. Ausverkauft sind durchweg neuere CPUs mit 478-Pins.

Die zu 478-Boards inkompatible Version mit 423-Pins kann den Mangel im Einzelhandel nicht beheben, da sich nicht nur die Industrie auf die neuen Sockel eingestellt hat.

Die Käufer wollen offenbar eine CPU für ein Mainboard, in das zumindest der Northwood als nächste Generation von P4-Prozessoren passt.

Manche Analysten bewerten den Mangel positiv. Intel, aber auch Händler und PC-Hersteller benötigten dringend einen Anstieg der Verkaufszahlen, auch wenn er auf den High-End-Bereich begrenzt sei. Anscheinend konzentrieren sich die Kunden beim Kauf darauf, einen PC mit Technik zu kaufen, die möglichst lange einigermaßen aktuell bleibt, sagte Dean McCarron von Mercury Research. Und viele Käufer machen das Verfallsdatum offensichtlich an der Taktfrequenz fest.