Österreich rüstet sich für den "E-Call"
Bis 2009 sollen Autos in der EU bei einem Unfall automatisch den Notruf verständigen, ÖAMTC und mobilkom austria haben am Donnerstag ein solches System vorgestellt.
Wenn es nach der EU geht, sollen ab 2009 alle Neuwagen in Europa mit einem "E-Call"-System ausgestattet sein, das nach einem Zusammenstoß automatisch Hilfe ruft.
Im Rahmen eines Ministertreffens der EU-Verkehrsminister in Bregenz zeigten nun ÖAMTC, Verkehrsministerium, Dolphin Technologies und mobilkom austria zum ersten Mal, wie eine solche automatische Unfallmeldung funktionieren könnte.
Dabei wird ein Crash-Sender ins Auto eingebaut, der einen Unfall unmittelbar an das ÖAMTC-Call-Center meldet. Konkret sendet das Gerät via SMS einen Notruf an die Plattform A! Telecommander. Nach der Fahrzeugkennung werden die mitgelieferten Ortungsdaten auf einer Landkarte dargestellt und zusammen mit Personendetails an die nächste Notrufzentrale gesendet, von wo die Einsatzkräfte zum Unfallort geleitet werden.
Die Autoindustrie setzt für mehr Komfort und Sicherheit vor allem auf elektronische Lösungen. Doch die zunehmende Komplexität bringt ein erhöhtes Pannenrisiko mit sich und führt immer öfter zu teuren Rückrufaktionen.
Vorerst nur von der mobilkom
Die Datenübertragung läuft dabei über das Mobilfunknetz der mobilkom. Beim Ministertreffen simulierte dafür ein Überschlagssimulator einen Aufprall mit neun km/h und einen anschließenden Überschlag. In unmittelbarer Nähe wurde ein virtueller Arbeitsplatz eines Call-Agents eingerichtet, der die Unfalllmeldung des "gecrashten" Fahrzeuges erhält.
Laut mobilkom austria wird derzeit noch an dem System gefeilt, das bis 2009 implementiert werden soll. Die Crash-Sender sollen dann von den Auto-Herstellern eingebaut werden.
Die Nutzung der automatischen Unfallmeldung wird zunächst nur für mobilkom-Kunden verfügbar sein. Besondere Kosten sollen für das Service jedoch nicht anfallen.
Dolphin Technologies stellt die Hardware, Teile der Applikationen und die strategische Abwicklung.
