30.10.2001

OPEN SOURCE

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Linux erobert Unternehmen

Zehn Jahre nach seiner Entwicklung erobert das Betriebssystem Linux die Rechner vor allem kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Dem Open-Source-Prinzip - der Programmier-Code steht jedem zur Weiterentwicklung offen - werden Flexibilität und Zuverlässigkeit bescheinigt. "Linux ist inzwischen nicht mehr nur ein System für graue Mäuse, die im Keller vor ihrem Computer sitzen und nur Pizza essen", sagt Dirk Beiersdorff, Pressesprecher der Messe "LinuxWorld", die vom 30. Oktober bis 1. November in Frankfurt läuft.

Windows werde nur eine Wachstumsrate von 16,5 Prozent erreichen.

Die New Yorker Wall Street stellte auf Linux zum Beispiel Teile ihrer Börsen-Software um. Auch der Deutsche Bundestag prüft zurzeit das alternative Betriebssystem. "Mein Wunsch wäre es, den Bundestag zur Microsoft-freien Zone zu erklären", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss der Zeitschrift "Computerwoche". Vorbehalte gegen die Open-Source-Software behinderten allerdings den Umstieg.

Darüber hinaus sieht IBM-Pressesprecher Hans-Jürgen Rehm die Zukunft von Linux in so genannten Geräten mit eingebetteten Steuerungssystemen - zum Beispiel Haushaltsgeräte und Autos. "Linux hat sich bewährt, weil es maßgeschneidert werden kann auf bestimmte Bedürfnisse", sagt Rehm.

1,3 Mrd. USD in Linux-Entwicklung

Linux läuft auf den verschiedensten Plattformen - vom Superrechner bis zum kleinen, tragbaren Gerät. IBM investierte im laufenden Geschäftsjahr 1,3 Milliarden USD in Linux-Entwicklung.

"Der Kern des Betriebssystems ist klein und flexibel", sagt Beiersdorff. Es sei ideal für den Einsatz in kleinen Geräten, die so den Sprung auf den Verbrauchermarkt schaffen könnten. Für die Akzeptanz auf dem Computer-Desktop müsse der Handel mitziehen und Computer mit vorinstalliertem Linux in die Regale stellen, betont IBM-Sprecher Rehm.

"Wenn der Verbraucher Windows genauso wie Linux alleine installieren müsste, wären die Hürden gleich hoch." Mittlerweile gebe es ein breites Angebot von Programmen zur Grafik- und Textverarbeitung, Spielen und Internet-Software. Viele Kritiker bezweifeln jedoch die Desktop-Tauglichkeit von Linux - zumindest was den Normalverbraucher betrifft. Zwar läuft die Installation mittlerweile auf den unterschiedlichsten Systemen nahezu reibungslos, im Betrieb sind dennoch ab und zu tiefergehende Eingriffe vonnöten.