Chinas 3-G-Technologie auch für Europa

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18.02.2006

Wenn sich der eigene UTMS-Standard in China erfolgreich entwickelt, soll die chinesische Technologie auch international an Einfluss gewinnen. Dabei hat Chinas Mobilfunkindustrie Westeuropa und die USA im Visier.

Chinas Mobilfunkindustrie plant, die eigenständig entwickelte UMTS-Konkurrenz TD-SCDMA auch in Europa und den USA anzubieten.

"Erst geht es darum, damit auf dem chinesischen Markt erfolgreich zu sein. Wenn das bei uns gut funktioniert, dann werden wir sicherlich versuchen, diese Technologie auch ins Ausland zu exportieren", kündigte der Deutschland-Chef des Mobilfunkgeräte-Konzerns ZTE, Haifeng Ling, in der "Berliner Zeitung" an.

"Die Amerikaner sind nur so dominant auf dem Markt, weil sich bisher keiner dagegen gewehrt hat", so Ling.

Chinas große Mobilfunkhersteller wie Huawei, ZTE und TCL wollen das unter anderem mit Siemens und Ericsson entwickelte TD-SCDMA-Hochgeschwindigkeitsnetz demnächst erstmals auf den chinesischen Markt bringen.

China einer der drei wichtigsten Märke

Im Wesentlichen ginge es darum, als Erstes eine neue Technologie zu beherrschen, erklärte Ling. Wer damit Erfolg habe, beherrsche auch später den Massenmarkt.

"Es gibt drei wichtige Mobilfunk-Märkte weltweit: In Westeuropa und Nordamerika wird entschieden, welche Technologien verwendet werden. In China wiederum entscheidet sich, welche Firmen sich durchsetzen," so Ling weiter. ZTE stecke deshalb zunehmend Geld auch in Forschungseinrichtungen in Europa, damit dort frühzeitig die richtigen Produkte angeboten werden könnten.

160 3-G-Netze weltweit

Weltweit gibt es bereits 160 Netze der dritten Generation, die zu 80 Prozent mit UMTS laufen.

System hilft, erheblich Geld einzusparen

Grund für die Entwicklung eines eigenständigen UMTS-Systems waren für China die hohen Lizenzzahlungen für die bestehende Mobilfunk-Technologie. US-Unternehmen wie Qualcomm verlangten "gewaltige Summen", wenn man Geräte nach dem jetzt gebräuchlichen UMTS-Standard bauen wolle. Lizenzzahlungen von bis zu acht Prozent vom Umsatz seien üblich, so Ling.

(futurezone | dpa)