CDMA-Handys von Nokia und Sanyo
Der japanische Elektronikkonzern Sanyo und der finnische Handyriese Nokia gründen ein globales Unternehmen für CDMA-Mobiltelefone.
Der weltgrößte Handyhersteller Nokia und der japanische Elektronikkonzern Sanyo wollen ihre Kräfte bündeln und damit vor allem auf dem US-Mobilfunkmarkt Anteile gewinnen.
Beide Firmen kündigten am Dienstag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens an, das Mobiltelefone nach dem in den USA vorherrschenden CDMA-Standard entwickeln und produzieren soll.
Nokia will mit der Allianz seine eher schwache Stellung auf den CDMA-Märkten ausbauen. Der finanziell angeschlagene Partner Sanyo Electric erhofft sich eine Verbesserung seiner Rentabilität.
Die Gemeinschaftsfirma soll ihren Betrieb im dritten Quartal dieses Jahres aufnehmen. Offen ist noch, unter welcher Markenbezeichnung die gemeinsam produzierten Geräte verkauft werden.
Der CDMA-Standard ist in den USA besonders populär, wird aber auch von Netzbetreibern in Lateinamerika und Asien einschließlich Japan, Indien und China genutzt. Er ist nicht kompatibel mit dem weltweit vorherrschenden GSM-Standard.
Nokia - auf den CDMA-Märkten bisher die Nummer drei - tut sich mit Handys dieses Standards seit Jahren schwer, weil die finnische Firma bemüht ist, keine elektronischen Bausteine des US-Herstellers Qualcomm in ihren Geräten zu verwenden.
Dieser hält die meisten Patente auf die CDMA-Technologie. In der Folge verlor Nokia vor allem in den USA Marktanteile, weil die Firma mit der Konstruktion eigener Chips nur mit Verzögerungen vorankommt.
Sanyo wiederum kann seine CDMA-Geräte in den USA gut verkaufen, hat es aber bisher nicht geschafft, seine Präsenz in diesem Segment weltweit auszubauen. "Sie können das fast als eine Partnerschaft von zwei Schwächen charakterisieren", sagte Analyst Nick Ingelbrecht von Gartner in Australien.
Zurzeit machen CDMA-Geräte etwa ein Fünftel des weltweiten Handymarktes aus. Das Marktvolumen schätzt Nokia für dieses Jahr auf 28 Milliarden US-Dollar.
(futurezone | Reuters)
