DT will Festnetz für Konkurrenz verteuern
Die Deutsche Telekom [DT] plant, die Tarife für die Nutzung ihres Festnetzes für Wettbewerber anzuheben.
Bei der Bundesnetzagentur sei ein Antrag für neue Entgelte gestellt worden, sagte der Leiter Regulierung bei der Festnetzsparte T-Com, Frank Schmidt, am Montag.
Die so genannten Interconnection-Gebühren fallen für Anrufe in das Telekom-Netz sowie für Call-by-Call- und Preselection-Angebote an. Schmidt begründete die geplante Anhebung mit dem schwächelnden Festnetz-Geschäft. Der Regulierer muss den Preisen noch zustimmen.
Das Verkehrsaufkommen im Festnetz sinkt durch die zunehmende Handynutzung sowie den Erfolg von Konkurrenten mit eigener Infrastruktur. Die Kosten für den Betrieb des Netzes müssten daher neu verteilt werden, sagte Schmidt.
Die Deutsche Telekom schließt demnächst 45 Callcenter in Deutschland und streicht 120 Produkte, die kaum nachgefragt werden, aus dem Portfolio.
Entscheidung bis Mitte April
Betroffen sind vor allem Konkurrenten, die ihr Netz eng mit dem der Telekom verwoben haben. Die Entgelte für diesen von den Wettbewerbern am meisten genutzten Tarif sollten von 0,5 Cent auf 0,67 Cent pro Minute erhöht werden, sagte Schmidt.
Die Bundesnetzagentur will nach eigenen Angaben bis Mitte April entscheiden. Die neuen Tarife könnten dann Anfang Juni wirksam werden, sagte eine Behördensprecherin. Die Telekom muss sich ihre Tarife alle zwei Jahre von der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen.
Der Marktanteil des Bonner Konzerns am Festnetzgeschäft ist nach dem Preiskampf deutlich gesunken. Pro Monat verliert die Gesellschaft etwa 100.000 Festnetzanschlüsse an die Konkurrenz.
(futurezone | dpa)
