300.000 Infektionen mit "Nyxem"-Wurm

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01.02.2006

Der Wurm "Nyxem", der am 3. Februar seine Schadensfunktion ausführt, hat bereits Hunderttausende Systeme weltweit infiziert. Er löscht Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien, Gratis-Entfernungstools sind bereits verfügbar.

Ein neuer Computerwurm verbreitet sich derzeit rasant im Netz.

Der PC-Schädling mit den Namen "Nyxem.E" oder "Blackmail" hat weltweit bereits Hunderttausende Rechner infiziert. Als Besonderheit trägt er eine so genannte Payload mit sich - eine Schadensfunktion, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgelöst wird.

"Was den Nyxem so besonders 'gefährlich' macht, ist, dass er im Gegensatz zu den meisten anderen Würmern eine explizite Schadensfunktion aktiviert", führt Joe Pichlmayr, Chef des österreichischen Anti-Viren-Unternehmens Ikarus, aus. Am 3. Februar überschreibt der Wurm alle Dateien mit den Endungen .doc, .xls, .ppt, .zip, .pdf, .rar und .mdb.

Das führt dazu, dass der ursprüngliche Inhalt dieser überschriebenen Dateien verloren geht. "Der Wurm sucht dabei auf allen Festplatten eines PC oder Servers - auch mit dem infizierten System verbundenen Komponenten wie externe Festplatten, Netzwerklaufwerke oder USB-Sticks sind davon betroffen", so Pichlmayr.

Lokale PC-Zeit ausschlaggebend

Nachdem der Wurm den Start seiner Schadensaktivität an die lokale PC-Zeit knüpft, kann es bei falsch eingestellter Zeit schon früher zu Schadensfällen kommen.

300.000 Systeme infiziert

Der Wurm schickt von jedem infizierten System eine Nachricht an einen so genannten Counter, also einen Zähler im Web. Dadurch ist es möglich, exakt zu bestimmen, wie viele Systeme tatsächlich vom Wurm infiziert worden sind.

In den zehn Tagen seit seinem erstmaligen Auftreten sind somit 300.000 Systeme infiziert worden. Die am meisten betroffenen Länder sind Indien, Peru, Italien, die Türkei und die USA. Der Blick auf die Logdateien des Counters zeigt, dass auch viele österreichische Betriebe, Provider und universitäre Einrichtungen betroffen sind.

Gratis-Tool zum Entfernen

Schutz vor dem Wurm bieten laufend aktualisierte Virenscanner. Die Firma Ikarus bietet ein Gratis-Tool zum Entfernen des Wurms an.

(Futurezone | Hannes Stieger)