Prozess gegen Enron-Bosse beginnt

betrug & Co
30.01.2006

Vier Jahre nach der spektakulären Pleite des US-Energiehändlers Enron beginnt am Montag der Prozess gegen die ehemaligen Firmenbosse.

Kenneth Lay und Jeff Skilling wird vorgeworfen, die prekäre Finanzlage des Unternehmens verschleiert und damit Investoren betrogen zu haben. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Beide haben sich nicht schuldig bekannt.

Enron ist in den USA zum Synonym für Wirtschaftsbetrug geworden. Der Bankrott war der Auftakt einer Serie von Bilanzbetrügereien bei einigen der größten US-Firmen. Mehrere prominente Unternehmer wurden bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zudem wurden die Gesetze über Bilanzveröffentlichungen drastisch verschärft.

Enron, einst mit einem Börsenwert von 60 Mrd. Dollar, musste im Dezember 2001 nach massiven Bilanzmanipulationen Gläubigerschutz beantragen. Investoren verloren über 40 Mrd. Dollar, Angestellte verloren Pensionsansprüche im Umfang von 800 Mio. Dollar.

Schulden versteckt

Durch eine dubiose Rechnungslegung waren Millionenschulden in Partnerschaften versteckt worden, von denen einige Angestellte selbst mit Millionengewinnen profitierten. Enron soll unter anderem den Energiemarkt in Kalifornien so manipuliert haben, dass dort im Jänner 2001 zeitweise der Strom abgeschaltet werden musste.

Bisher bekannten sich 16 ehemalige Mitarbeiter schuldig und wurden teilweise verurteilt. Der Prominenteste ist Ex-Finanzchef Andrew Fastow, der als Kronzeuge gegen Lay und Skilling aussagen wird und im Gegenzug nur zehn Jahre Haft bekam.

Lay und Skilling sind unter anderem wegen Verschwörung, Betrugs und Insiderhandels angeklagt. Die Eröffnungsplädoyers sind für Dienstag geplant. Der Prozess ist auf etwa vier Monate angelegt.

(futurezone | APA)