Sony schläfert Aibo ein
Seit dem Marktstart 1999 wurden weltweit 150.000 Stück des genügsamen Haustiers verkauft. Doch nun stellt der japanische Elektronikkonzern Sony die Produktion des High-Tech-Spielzeugs in Hundegestalt endgültig ein.
Der legendäre Roboterhund Aibo wird eingeschläfert. Sony stellt Produktion und Weiterentwicklung des 1999 eingeführten High-Tech-Spielzeugs mit Ende März ein.
Auch Sonys humanoider, laufender Roboter Qrio, der nie in den normalen Handel kam, soll bald nicht mehr weiterentwickelt werden.
Die Forschungsergebnisse, die im Rahmen der Aibo- und Qrio-Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz erarbeitet wurden, sollen in künftige Unterhaltungsslektronik einfließen.
Der Support für bereits verkaufte Aibos werde aber weitere sieben Jahre weitergeführt, so Sony.
150.000 Roboterhunde verkauft
Als Aibo 1999 auf den Markt kam, erwies sich das Spielzeug trotz seines Preises von 2.500 Euro sofort als Renner.
Anfangs nahm Sony ausschließlich über das Internet Aufträge für 3.000 Exemplare in Japan und 2.000 in den USA an. Innerhalb von nur 20 Minuten waren alle in Japan verkauft und in den USA nach vier Tagen.
Bis zum vergangenen September verkaufte das Unternehmen weltweit mehr als 150.000 der Kunststücke vollführenden Roboterhunde. Das aktuelle Aibo-Modell kostet 2.100 Euro.
Autonome Interaktion
Der 1,6 Kilogrammm schwere Aibo verfügt über eine Farbkamera, um die Umgebung aufzuzeichnen und darauf zu reagieren. Über Sensoren können sie sich ohne menschliche Hilfe in ihrer Umgebung zurechtfinden.
Stereomikrofone und Lautsprecher ermöglichen uneingeschränkte Kommunikation mit der Umwelt, über blinkende LEDs teilt der Blech-Hund seinen Gemütszustand mit.
Via WLAN-Anbindung kann Aibo auch als MP3- und Internet-Radio-Player dienen. Auch die Nutzung als wandelnder Terminkalender ist möglich.
Profitabilität verbessern
Aibo fällt dabei Sonys Konzentration auf das Stammgeschäft, Unterhaltungselektronik und Spiele, zum Opfer. Auf diese Weise will der Konzern seine Profitabilität verbessern.
Sony ist derzeit dabei, sich aus dem Tal der Tränen herauszuarbeiten. So konnte das Unternehmen überraschend hohe Gewinne im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchen und erwartet fürs Gesamtjahr nicht mehr rote, sondern schwarze Zahlen.
Honda bleibt bei Roboterentwicklung
Hondas humanoider Roboter Asimo stattete Österreich im Jänner erstmals einen Besuch ab. Auf der Bühne zeigte er nach höflicher Verneigung sein Können, lief, legte vor dem begeisterten Publikum ein Tänzchen hin und kletterte treppauf-treppab.
(futurezone | dpa)
