"Botmaster" gesteht PC-Entführungen
Ein erst 20-jähriger Spammer aus Los Angeles, der Hunderttausende private Windows-Rechner unter seine Kontrolle gebracht hatte, hat sich nun vor einem US-Gericht schuldig bekannt. Ihm drohen bis zu acht Jahre Haft.
Über einen Zeitraum von 14 Monaten hatte der 20-jährige Jeanson James Ancheta knapp eine halbe Million PCs unter Ausnutzung einer Windows-Sicherheitslücke zu einem "Zombie-Netzwerk" verbunden, das er anschließend gegen Gebühr an Spammer zur Verbreitung von massenhaften Werbemails vermietete.
Ancheta wurde im November vom FBI verhaftet. Laut den US-Behörden ist das der erste bekannte Fall in den USA, bei dem Botnetze zum Geldverdienen eingesetzt wurden.
Um den Rechner vor einem "Zombie-Dasein" zu bewahren, sollten nicht nur Virenschutz, Firewall und Co. aktuell sein, sondern auch die Verhaltensregeln im Netz beachtet werden.
DDoS-Attacken, Ad-Ware und Spam
Auch Rechner des US-Militärs brachte der Profi-Spammer unter seine Kontrolle. Um sein Netzwerk weiter zu vergrößern, ließ er die infizierten Maschinen ständig nach weiteren angreifbaren Systemen in Internet suchen.
Neben dem Versand von Spam pflanzte er unter anderem Ad-Ware in die infizierten Systeme ein, die dann mittels Pop-up-Werbung deren Nutzer belästigte, oder ließ sein Botnet gegen Bezahlung Websites attackieren.
Bei DDoS-Attacken wird eine ganze Armee von Rechner damit beauftragt, einen bestimmten Zielrechner mit permanenten Abfragen zu attackieren, bis dieser keine Anfragen mehr beantwortet.
Oft werden Online-Wettanbieter auf diese Art erpresst - der Angreifer droht die Website lahm zu legen, sollte nicht eine bestimmte Geldsumme bezahlt werden.
Zu Fuß zur Urteilsverkündung am 1. Mai
Nebn einer Wiedergutmachung in Höhe von 15.000 US-Dollar an das US-Militär hat Ancheta im Zuge seines Geständnisses auch der Rückgabe sämtlicher Einnahmen aus seiner Cyber-Verbrecherkarriere - über 60.000 US-Dollar, ein 1993er-BMW und Computer-Equipment - zugestimmt.
Ihm droht nun eine Haftstrafe zwischen vier und acht Jahren. Das Urteil wird für 1. Mai erwartet.
(futurezone | Reuters | New Scientist | BBC)
