12.09.2001

TROTZ ALLEM

Bildquelle: orf on

Erster Tag der neuen Ifabo

"Das hier ist die Realität. Das ist nicht die Virtualität", sagte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer, in seiner Eröffnungsrede zur Ifabo 2001.

Wie die Realität der als B2B-Event wieder auferstandenen Traditionsmesse tatsächlich aussieht, lässt sich kurz nach der Halbzeit des ersten Tages naturgemäß höchstens atmosphärisch andeuten.

Die von der FuZo befragten Aussteller zollten dem neuen Veranstalter Reed überwiegend Respekt für eine deutliche Verbesserung des Aussteller-Service. Auch vom Erscheinungsbild her hat sich einiges zum Besseren gewandelt. Beginnend bei den Böden bis zur Qualität des Service machen die Hallen 2001 schlicht einen Eindruck, der einer Messe des 21. Jahrhunderts entspricht.

Generation Internet

Vom Publikum her wird diese erste neue Ifabo dem Anspruch eines reinen B2B-Events bisher noch nicht gerecht. Neben der Business-Community besteht ein guter Teil des Publikums eindeutig aus Endverbrauchern.

Dass die unter anderem von Leitl monierte Aussperrung der "Generation Internet", nämlich der unter 18-Jährigen, wohl nicht ganz strikt gehandhabt wurde, zeigte der bloße Augenschein.

Verhaltener Optimismus

Im Unterschied zur völlig überlaufenen Eröffnung am Vormittag war der erste Nachmittagsevent "Multimedia befruchtet die Kunst" mit Staatssekretär Franz Morak recht mittelmäßig besucht.

Vom Geist des Vormittags, den Leitl in einer Mischung aus Kampfeslust und Aufforderung zum gesellschaftlichen Schulterschluss in der Krise - Stichwort Sozialpartnerschaft - vorgegeben hatte, war am späten Nachmittag des ersten Tags der Ifabo 2001 jedenfalls wenig übrig.

Ob der Turn-around der heruntergewirtschafteten Messe nach der Übernahme durch den Reed-Konzern gelingen wird, lässt sich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht sagen. Die Stimmung unter den Ausstellern ist alles andere als euphorisch, nämlich verhalten, vorsichtig, gemischt.