Ordnung für die Handyfoto-Flut
US-Forscher arbeiten an einem Mobiltelefon, das Personen und Orte auf geknipsten Bildern selbstständig erkennt und die Schnappschüsse anschließend entsprechend benennt und organisiert.
Der Verkauf von Mobiltelefonen mit integrierter Kamera boomt, und auch das Fotografieverhalten der Nutzer ändert sich mit den mobilen Alleskönnern.
Statt lediglich zu feierlichen Anlässen für die Kamera zu posieren, knipsen die Handyfotografen am liebsten immer, alles und jeden - eine wahre Flut an Bildern ist die Folge.
Nur die wenigsten behalten dabei die Übersicht über ihre Schnappschüsse. Automatisch durchnummeriert bleiben die Bilder meist einfach auf dem Handy, bis der Speicherplatz ausgeht und ein Foto nach dem anderen frischen Aufnahmen weichen muss.
Forscher des Yahoo Berkeley Research Labs in Kalifornien wollen nun Ordnung in das Fotochaos bringen und arbeiten an einem Handy, das Personen und Orte auf den Bildern selbstständig erkennt.
Sendemast verrät Aufenthaltsort
Künftig könnten Nutzer ihre Kamerahandy-Galerien besser organisieren, indem das Mobiltelefon bereits die korrekte Benennung und Beschreibung jedes Bildes vornimmt.
Das Handy könnte etwa die Entfernung zum nächsten Sendemast aus der Signalstärke errechnen und neben der Aufnahmezeit auch den genauen Aufenthaltsort des Fotografen und Fotografierten ermitteln.
Diese Daten könnten nach Vorstellungen der Wissenschaftler an einen zentralen Server geschickt und von diesem verwaltet werden.
Software hört mit, wenn Fotos gezeigt werden
Hewlett Packard [HP] arbeitet unterdessen an einer Software, die Nutzer belauscht, wenn diese ihre Bilder auf einem Computer Freunden zeigen und erklären. Spracherkennungssoftware soll Schlüsselwörter wie "Geburtstag" und "Bali" extrahieren und die Fotos danach ordnen und benennen.
Scannt nach anderen Bluetooth-Handys
Auch nach anderen Bluetooth-Mobiltelefonen in der Umgebung des Fotografen könnte das Handy Ausschau halten und so zusammen mit den Zeit- und Ortsinformationen eine Liste jener Personen erstellen, die auf dem Bild zu sehen sein könnten.
In Kombination mit Gesichtserkennungssoftware könnte dann der richtige Geknipste aus der Liste herausgefiltert werden.
Bisher erreichten die Forscher mit dieser Kombination der Zuordnung bei den recht pixeligen Kamerahandy-Fotos eine Treffergenauigkeit von 60 Prozent, diese soll in Zukunft noch erhöht werden.
(Futurezone / New Scientist)
