Erster Galileo-Satellit ist startklar

28.12.2005
23.12.2005

Kommenden Mittwoch soll mit GIOVE-A der erste Testsatellit für das europäische Navigationssystem Galileo abheben.

Der gut 600 Kilogramm leichte Testsatellit, der an einen großen dunklen Würfel erinnert, wurde in Großbritannien gebaut und soll zunächst auch von dort aus gesteuert werden.

Ins All bringen soll ihn um 6.19 Uhr MEZ die französisch-russische Betreibergesellschaft Starsem - vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus und mit einer russischen Sojus-Fregat-Rakete.

GIOVE-A soll allererste Funktionstests ermöglichen und zugleich die Funkfrequenz sichern, die Galileo von der Internationalen Telekommunikationsunion [ITU] zugeteilt bekam. Damit diese Frequenz nicht verloren geht, muss sie spätestens im Juni 2006 genutzt werden.

Um auch bei Problemen mit GIOVE-A dieses Ziel zu erreichen, steht GIOVE-B bereit. Dieser zweite Testsatellit dürfte im März gestartet werden. Er soll eine noch etwas genauere Ortbestimmung ermöglichen.

Von der Theorie in die Praxis

Der Übergang von der Theorie zur Praxis sei "ein wesentlicher Schritt", so ESA-Sprecher Dominique Detain. Die Europäer betreten in mehrfacher Hinsicht Neuland: GIOVE-A soll in nur gut 23.000 Kilometer Höhe über der Erde schweben und diese jeweils in etwa 14 Stunden umrunden.

Mit dem so genannten mittleren Orbit fehlen noch Erfahrungen. "Wir kennen die radio-elektrische Umgebung dieser Umlaufbahnen noch nicht genau", sagt Detain.

Zudem wird GIOVE-A die beiden bisher zuverlässigsten Rubidium-Atomuhren an Bord haben - und Genauigkeit ist der Trumpf, den Europa gegenüber dem vom US-Militär betriebenen Global Positioning System [GPS] ausspielen will. Auf Meter genau sollen Nutzer mit Hilfe der Galileo-Signale ihren Weg finden.

Bis 2010 sollen 30 Galileo-Satelliten im All sein, die jeweils von Kontrollzentren in Darmstadt und Toulouse aus auf die richtige Position geschickt werden. Um diese Verteilung rangen Industrieunternehmen und Staaten lange, eine Einigung wurde erst Anfang Dezember verkündet.

(Futurezone / AFP)