Suche nach stromsparenden Servern
Server werden immer leistungsfähiger, benötigen aber auch immer mehr Strom. Falls diese Entwicklung ungestoppt weitergeht, werden die Stromkosten bald die Hardwarekosten überschatten, warnt ein Google-Chipspezialist.
Die Entwicklung immer leistungsfähigerer Rechnung hat auch den Stromverbrauch ansteigen lassen.
Vor allem Prozessoren tragen zum erhöhten Stromverbrauch bei. Proportional zur erhöhten Leistung steigt auch der Stromverbrauch.
Dies ist vor allem für Unternehmen relevant, die tausende von Servern betreiben - wie etwa Google. "Wenn das Verhältnis von Leistung zu Stromverbrauch in den nächsten Jahren konstant bleibt, überholen die Stromkosten die Hardwarekosten", warnt Luiz Andre Barroso. Barroso war einst Chipdesigner bei DEC und arbeitet nun für Google.
Geringerer Stromverbrauch gefragt
Die Herausforderung, stromsparende Chips zu produzieren, ist eine Chance für kleinere Chiphersteller. Sun hat diese Woche seinen Sun Fire T2000 Server vorgestelllt, dessen Niagara-Prozessor nur 72 Watt benötigt.
Intel-Chips ziehen bis zu 165 Watt
AMD wiederum ist mit seinen Opteron-Chips erfolgreich. Diese kommen mit 95 Watt aus, während Intels Xeon-Prozessoren zwischen 110 und 165 Watt verbrauchen.
Zwar ziehen auch andere Komponenten Strom, im typischen Low-End-Server ist der Prozessor für 50 bis 60 Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich.
Wenn der Stromverbrauch weiterhin mit einer Rate von 50 Prozent jährlich wächst, überholen in wenigen Jahren die Stromkosten die durchschnittlichen Anschaffungskosten von 3.000 Dollar.
Multithreading als kurzfristige Lösung
Eine der Möglichkeiten, kurzfristig Energie zu sparen, ist die Entwicklung von Chips, die mehrere Aufgaben gleichzeitig abarbeiten. Dieses so genannte Multithreading hält langsam in die Chip-Welt Einzug, wird aber von der Software noch nicht ausreichend genutzt.
"Abgesehen davon ist dies ohnehin nur eine kurzfristige Maßnahme, den Stromverbrauch zu senken", so Barroso. "Nach zwei oder drei CPU-Generationen müssen neue Schaltkreise her".
Futurezone / Cnet
