Online-Briefmarke auch in Österreich
Die österreichische Post arbeitet mit Hochdruck an einem elektronischen Wertzeichen, das laut Johannes Angerer von der Pressestelle der Post im Jahr 2002 auf den Markt kommen soll.
Der Nutzer zahlt dabei auf ein elektronisches Konto ein, über das Portowerte gekauft werden können. Eine spezielle Hardware-Ausrüstung ist dafür nicht erforderlich, lediglich ein Internet-Anschluss und die entsprechende Software.
Frankiert werden die Sendungen in der Praxis via Microsoft Word. Ein handelsüblicher Drucker erledigt dann die Arbeit, die bisher noch meist von Hand verrichtet wird.
"Derzeit sitzen unsere Projektgruppen mit verschiedenen Firmen zusammen, die ein Konzept für die elektronische Briefmarke erarbeiten sollen", so Angerer.
Der Zeitpunkt der Produkteinführung stehe zwar noch nicht endgültig fest, liege jedoch mit Sicherheit im
kommenden Jahr. Allerdings sei noch kein Vertragsabschluss mit externen Firmen erreicht worden.
Auch die Website der Post enthält noch keinen Hinweis auf die elektronische Briefmarke, sondern nur Informationen zur
klassischen Philatelie.Konzentration auf Privatkunden
Damit hinkt die österreichische Post hinter der deutschen Post World Net hinterher, die als erstes europäisches Unternehmen ihre PC-Briefmarke "Stampit" bereits Ende dieses Monats auf den Markt bringt.
Begründet wird die Verzögerung damit, dass sich der heimische Anbieter auch auf den Privatkunden konzentrieren wolle. Die Deutschen wenden sich hingegen eher an Klein- und Mittelbetriebe.
Online-Briefmarke ab August
Auch in Deutschland wird nur ein handelsüblicher PC
[Betriebssystem ab Microsoft Windows 95] mit Drucker und ein
Internet-Anschluss gebraucht. Der Kunde bekommt zusätzlich Software:
eine Quick-Frankiersoftware, mit der Briefumschläge und Etiketten
schnell und einfach frankiert werden können. Und
Microsoft-Word-Integration,, mit der PC-Frankierungen direkt in
Microsoft-Word-Dokumente eingefügt werden können [ab Version 95]. Ab
Microsoft Word 97 kann man sogar Serienbriefe frankieren. Die
Portokasse des Kunden liegt dabei in einem speziell gesicherten
Bereich des Internets. Durch dieses Konzept kann er oder sie sogar
von mehreren PCs aus sicher frankieren, etwa vom Büro und von zu
Hause. Die Portokasse kann zudem durch den Kauf eines Portobetrags
zwischen 30 und 200 Euro beim "Postage Point" der Deutschen Post
rund um die Uhr nachgeladen werden.
Die deutsche "Stampit"USA als Vorreiter
"Digitale" Briefmarken, bei denen im Netz erworbenes Portoguthaben in Form von Barcode-Ausdrucken verbraucht wird, sind in Europa im Kommen. Neben der deutschen werden auch die italienische und die niederländische Post demnächst digitale Marken auf den Markt bringen.
In den USA tummeln sich schon vier Firmen auf dem Markt für digitale Briefmarken: Neben dem Branchenpionier E-Stamps sind das Neopost Online, Stamps.com und Pitney Bowes.
Der Ausdruck, der mittels herkömmlicher Drucker erfolgen kann, zeigt Datum, Summe und Aufgabeort - wie herkömmliche Briefmarke und Stempel zusammen. Die US-Post bedient auf diese Weise bereits 300.000 Kunden.
Stamps.comVoraussetzung für die Einführung des Systems ist die flächendeckende Installation von Barcode-Lesegeräten im Postsystem und deren Vernetzung.
Barcodes ersetzen Briefmarken
