11.06.2001

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EU überprüft DVD-Regionalcodes

Die EU-Kommission untersucht derzeit die Preisgestaltung von DVDs [Digital Video Discs].

Einem Bericht der Financial Times Deutschland [FTD] zufolge hat die EU dazu mehrere Filmfirmen in Hollywood um eine Erklärung gebeten.

Demnach will die Kommission herausfinden, warum Konsumenten in Europa für eine Spielfilm-DVD deutlich mehr bezahlen müssen als Käufer in den USA.

Regionalcode verhindert Abspielen

Der Import der DVDs jedoch ist durch den Regionalcode nicht möglich - es sei denn, das Abspielgerät ist als "codefree" umgebaut. Genau dieser Regionalcode ist der EU-Kommission ein Dorn im Auge, berichtet die FTD.

6 verschiedene Regionen

Die Filmindustrie hat die Welt bei der Markteinführung der DVD in 6 Regionen eingeteilt. Die USA und Kanada liegen dabei etwa in Region 1, Europa in Region 2 und Australien in Region 4. Ein Region Playback Control [RPC] genannter Mechanismus soll dabei sicherstellen, dass ein DVD-Player nur DVD-Videos aus seiner eigenen Region abspielen kann.

Die EU-Kommision will nun überprüfen, ob sich die Hollywood-Konzerne mit dem Regionalcode wettbewerbswidrig verhalten. Schließlich könnten europäische Kunden wegen des RPC die preiswerteren DVDs aus der Region 1 [USA und Kanada] nicht auf ihren Geräten abspielen, argumentiert die EU.

Filmindustrie verteidigt RPC-System

Hollywood legitimiert den Regionalcode mit dem Schutz vor Softwarepiraterie und Erleichterungen bei der Abrechnung der Tantiemen für Künstler.

Kommission vermutet niedere Motive

Auch die Kino-Premierentermine der Studios sollen damit geschützt werden. Schließlich erscheint ein Film in den USA manchmal bereits auf DVD, wenn er in Europa erst in die Kinos kommt.

Die EU-Kommission jedoch vermutet laut FTD, dass es der US-Filmindustrie primär darum gehe, das Recht am geistigen Eigentum zu ihren Gunsten auszunutzen.