Online-Treffen aus Angst vor Giftdrohnen
Aus Furcht vor gewalttätigen Ausschreitungen militanter Globalisierungsgegner hat die Weltbank eine für Juni in Barcelona geplante Konferenz über Entwicklungshilfe abgesagt.
Angesichts der angekündigten Proteste mache ein solches Treffen keinen Sinn, erklärte eine Sprecherin der Weltbank nach spanischen Presseberichten vom Sonntag.
Unterdessen befürchtet die italienische Polizei schwere Ausschreitungen der Globalisierungsgegner beim G-8-Gipfel Ende Juli in Genua.
Italienische Zeitungen berichteten, ausländische Demonstranten wollten etwa Beutel mit Aids-infizierten Blut auf Gipfelteilnehmer werfen. Außerdem sei geplant, mit kleinen ferngesteuerten Flugzeugen chemische und biologische Giftstoffe über dem Tagungsgebäude abzuwerfen.
Hinweise auf diese abwegigen Aktionen sind angeblich den italienischen Behörden von ausländischen Geheimdiensten, darunter dem deutschen Bundesnachrichtendienst [BND], zugegangen.
Weltbank-Treffen in BarcelonaWirksame Proteste
Die Globalisierungsgegner feierten den Entschluss als Erfolg. "Dies zeigt, dass wir mit unseren Zielen richtig liegen", sagte einer ihrer Sprecher.
Es sei das erste Mal, dass wegen des Drucks der Protestbewegung ein solches Treffen abgesagt werde. Bereits seit Wochen machen linke Gruppierungen gegen die Konferenz mobil, die vom 25. bis 27. Juni stattfinden sollte.
Die Debatten der Weltbank sollen jetzt online geführt werden. Die Regionalregierung Kataloniens und die Stadt Barcelona, die umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatten, bedauerten die Absage.
