Cisco-Ergebnis belastet Tech-Börsen
Nachdem der weltgrößte Internet-Ausrüster Cisco das dritte Quartal mit einem veritablen Verlust von 2,69 Milliarden Dollar [rund 42 Mrd. ATS] abgeschlossen hatte, folgten heute die Tech-Börsen leidenschaftlich ins Minus.
Cisco-Chef John Chambers sagte: "Wir befinden uns in einem tieferen Tal, als es irgendjemand von uns erwartet hätte."
Die New Yorker Aktienbörse hat in der Folge mit deutlich schwächeren Kursen geschlossen. Der Dow-Jones-Industrial-Index fiel 17,05 Einheiten oder 0,16 Prozent auf 10.866,46 Stellen.
Der S&P-500-Index verlor 5,71 Punkte [minus 0,45 Prozent] auf 1.255,41 Zähler. Der Nasdaq-Composite-Index reduzierte sich um 42,46 Einheiten oder 1,93 Prozent auf 2.155,83 Stellen.
Erster Cisco-Verlust seit elf Jahren
Es war der erste Cisco-Verlust seit dem Börsengang vor elf
Jahren. Cisco hatte in der entsprechenden Vorjahreszeit noch einen
Gewinn von 641 Mio. Dollar ausgewiesen. "Die Erwartungen von Cisco
an die Zukunft sind sehr gering", beurteilte Ernst Neff,
Fondsmanager bei Helaba Trust Investment, die vorgelegten
Ergebnisse. Das Unternehmen rechne für die nächsten beiden Quartale
nicht mit steigenden Zahlen.
Cisco-Ergebnisse im DetailInternet- und Halbleiterbranche gibt nach
Auf der Verkaufsliste der Anleger befanden sich auch Internet-Titel. Broadvision fielen um 6,5 Prozent, Yahoo gaben um 4,5 Prozent nach und Inktomi verbilligten sich um 5,1 Prozent.
Die Halbleiterbranche schloss sich dem negativen Sog an. Intel fielen um 5,2 Prozent. Conexant Systems stürzten um 11,9 Prozent ab, nachdem einige Kreditgeber dem Halbleiterproduzenten den Geldhahn, auf Grund zunehmender Verluste, zugedreht hatten.
Auch der Neue Markt in Frankfurt geriet unter Druck. Der NEMAX 50 gab bis zwei Stunden vor Börsenschluss 3,22 Prozent auf 1.820,15 Zähler ab. Der alle Aktien umfassende Nemax All Share lag zum gleichen Zeitpunkt mit 2,65 Prozent bei 1.889,37 Stellen im Minus.
"Old Economy" profitiert von der Schwäche der Tech-Börsen
Wie schon in der Vergangenheit profitierten von der schwachen
Nasdaq die Titel der "Old Economy". Dabei setzten sich vor allem
Titel mit Bezug zur Erdölindustrie durch. Chevron konnten um 1,7
Prozent vorrücken. Exxon beendeten den Handel bei 1,1 Prozent im
Plus, und Royal Dutch stiegen um 2,5 Prozent. Unter den Stahltiteln
konnten sich Alcoa um 2,6 Prozent verbessern, während USX ein Plus
von 0,7 Prozent verzeichneten.
NasdaqTelekom-Werte leiden weiter
Telekom-Werte litten naturgemäß unter den Nasdaq-Vorgaben. So mussten Motorola 1,7 Prozent abgeben. Alcatel verloren 4,7 Prozent, und Nokia verbilligten sich um 4,4 Prozent.
Auch der in Turbulenzen geratene Telekomausrüster Lucent Technologies konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Die Papiere gaben drei Prozent ab.
