07.05.2001

DEUTSCHLAND

Bildquelle: FuZo

UMTS-Betreiber wollen kooperieren

Die deutsche Mobilcom AG verhandelt mit dem Mobilfunkbetreiber E-Plus über eine Zusammenarbeit bei mobilen UMTS-Diensten. Beide Unternehmen hatten im vergangenen Sommer jeweils im Verbund mit Partnerunternehmen UMTS-Lizenzen ersteigert und überprüfen nun eine Ausweitung ihrer bestehenden Kooperation auf die neuen Dienste.

Details einer Vereinbarung könnten allerdings erst dann ausgearbeitet werden, wenn feststehe, welches Maß an Zusammenarbeit die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post [RegTP] zwischen den UMTS-Lizenzbesitzern zulasse.

RegTP zeigt Verständnis für kleinere UMTS-Betreiber

Der Präsident der bundesdeutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post [RegTP], Matthias Kurth, hat unterdessen seine Unterstützung für Kooperationsbestrebungen unter kleineren UMTS-Lizenzinhabern angedeutet.

"Dort, wo wir helfen können", sehe er "schon eine gewisse Verantwortung", sagte Kurth in einem am Sonntag veröffentlichen Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Das gelte etwa für die Bestrebungen einiger Netzbetreiber, gemeinsam Antennen und Basisstationen zu nutzen und damit die Zahl der Sendestandorte zu verringern. Die Mobilfunkunternehmen nutzten ja schon beim aktuellen GSM-Standard gemeinsam solche "passiven Elemente", sagte Kurth.

Einsparpotenzial von 20 bis 40 Prozent

Vor allem kleinere Mobilfunkunternehmen wie E-Plus, Viag Intercom und Mobilcom wollen daher in gewissem Umfang zusammenarbeiten, um etwa Netzwerkinfrastruktur-Kosten einsparen zu können. Mobilcom bezifferte dadurch mögliche Einsparungen zuletzt auf etwa 20 bis 40 Prozent.

"Wir werden wohl Anfang Juni zu einem Abschluss kommen können." Nach den Bestimmungen für die UMTS-Auktion im vergangenen Sommer muss jeder Lizenzinhaber sein eigenes Netz aufbauen und die volle Funktionsherrschaft für sein Netz behalten.

Zu eventuellen Klagen der großen Lizenzinhaber gegen derartige Kooperationen sagte der RegTP-Chef, es werde nur eine Entscheidung ausgelegt, die Lizenzbedingungen veränderten sich nicht. Daher sehe er auch nicht das Risiko von Klagen.