"Erfolgreiches Quartal" gegen Piraten
Die Business Software Alliance, eine von der Softwareindustrie gestützte Organisation zur Bekämpfung von Softwarepiraterie, ist Eigenangaben zufolge "auch im ersten Quartal des Jahres erfolgreich gegen Softwarepiraterie vorgegangen".
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gingen insgesamt 285 Hinweise auf Raubkopien sowie den Einsatz oder Handel mit illegaler Software ein.
Die meisten Hinweise gelangen durch rachsüchtige Mitarbeiter oder Ex-Kunden ein. In Werbungen appelliert die BSA mit einer eigenen Telefonnummer, Softwarepiraten anzuschwärzen.
50 Prozent via Raubkopier-Sites
Davon entfielen 50 Prozent auf Softwareverkauf via Internet und
weitere 40 Prozent auf Anwenderfirmen. Die Schadenersatzzahlungen
erreichten umgerechnet 2,65 Mio. ATS; Unternehmen mussten für 3,2
Mio. ATS fehlende Lizenzen nachkaufen.
BSA3 Mio. ATS Lizenz-Nachzahlungen
Mit 98 Hinweisen auf Firmen, die illegale Software einsetzten, verzeichnete die BSA in Deutschland einen Zuwachs um 27 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2000.
In Österreich lag das Plus bei 43 Prozent, in der Schweiz bei 17 Prozent. Mit insgesamt 3.202.000 ATS, die Unternehmen für fehlende Lizenzen zahlen mussten, erreichte die Summe der Nachlizenzierungen bereits über 31 Prozent des entsprechenden Betrages im gesamten Vorjahr.
"Teuer wurde es beispielsweise für eine Call-Center-Firma in Norddeutschland", meldet die BSA. Bei einer zivilen Durchsuchung wurde "in großem Umfang illegale Software gefunden".
Nun muss das Unternehmen über 700.000 ATS Schadenersatz und Rechtsverfolgungskosten zahlen. In einem weiteren Fall aus Norddeutschland geriet ein Unternehmen der Raumfahrt- und Umwelttechnik ins Visier der Ermittler: Die Schadenssumme für nicht lizenzierte Programme betrug über 350.000 ATS.
"Traum ausgeträumt"
Und ein Medienunternehmen aus dem Raum Würzburg musste über 455.000 ATS Schadenersatz aufbringen.
Auch gegen "Privatpersonen, die im Handel mit Raubkopien das schnelle Geld erhoffen", will die BSA künftig noch strenger vorgehen. Bei sechs Softwarepiraten "ist dieser Traum jetzt ausgeträumt" - und eine Summe von fast 441.000 ATS Schadenersatz fällig.
Freiheitsstrafe dank Online-Verkaufs
In einem besonders gravierenden Fall verhängte das Amtsgericht Stuttgart eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Der Verurteilte hatte über seine Site "sunshine warez" zahlreiche populäre Produkte der Softwarehersteller Microsoft, Adobe, Macromedia und Symantec sowie über 200 Spieletitel verkauft.
"Keine pauschale Urheberrechtszahlungen"
Außerdem wurden in der Schweiz rechtliche Schritte gegen sechs Personen eingeleitet, die illegale oder gefälschte Software bekannter Hersteller auf der populären Kleinanzeigensite pricewinner.ch sowie der Online-Auktionssite ricardo.ch verkauft hatten.
"Die aktuelle Diskussion über Urheberschutz im Internet sorgt für eine zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses Thema", konstatiert Georg Herrnleben, Regional Manager der BSA für Zentraleuropa, und betont: "Die Anwender zeigen mehr Respekt für geistiges Eigentum und sind auch in der Mehrheit bereit, dafür zu zahlen - aber nutzungsbezogen und nicht pauschal."
