Sun bastelt an Napster-Nachfolger
Sun Microsystems hat das Open-Source-Projekt "Jxta" vorgestellt, das es Programmierern ermöglichen soll, Napster-ähnliche Netze für den Austausch von Dateien zu schaffen.
"Jxta" soll, so hofft Sun, die Basis für Peer-to-Peer-Anwendungen auf unterschiedlichen Plattformen und Geräten bilden.
"Jxta" steht als Akronym für "juxtapose" [etwa gegenüberstellen]. Die etwa 25.000 Zeilen Code von "Jxta" sähe Sun gern in allen Geräten, die miteinander kommunizieren, angefangen vom Handy bis hin zum Server.
Der Sinn des neuen Programms "Jxta" sei, dass sich ans Netz angeschlossene Geräte gegenseitig finden und Informationen hin- und herschicken können, sagte der Leiter des "Jxta"-Projekts, Bill Joy, bei der Präsentation des Projekts am Mittwoch [Ortszeit] in Palo Alto.
Präsentation von Jxta [Rebroadcast des Webcasts]"Sichere und verlässliche" Netze
"Jxta" bestimme die Regeln [Protokolle], mit denen Rechner miteinander kommunizieren. "Jxta" könne binnen eines Jahres in Handys oder auch Kühlschränke eingebaut werden, um sie zu vernetzen.
Anders als bei Napster werden die mit "Jxta" geschaffenen Netze allerdings dezentral sein. Der Dateienaustausch laufe nicht über einen zentralen Server, hieß es.
"Ähnlich erfolgreich wie TCP/IP"
Als Open-Source-Projekt ist "Jxta" für Entwickler frei zugänglich. Kernstück von "Jxta" ist XML. Sun setzt mit "Jxta" auf die Anpassungsfähigkeit von XML, mit der sich Inhalte einfach für diverse Plattformen maßschneidern lassen. Über XML soll ein Server etwa mit einem mobilen Gerät kommunizieren.
Entwicklern bietet "Jxta" drei Basis-Layer an. Den Core-Layer mit Protokollen, Übertragungsinformationen und XML-Unterstützung. Den Service-Layer, der etwa Tools wie Suchfunktionen beinhaltet. Darüber liegt der Anwendungs-Layer, der auf die Services zurückgreifen kann. Mit diesem Gerüst lassen sich dann Anwendungen entwickeln.
Sun-Chefentwickler Bill Joy glaubt, dass "Jxta" für P2P-Netze ähnlich erfolgreich werden könnte wie TCP/IP für das Internet.
Kritik von Intel und Microsoft
Sun-Intimfeind Microsoft und auch Intel geht die Initiative von
Sun zu weit. Sun versuche, die Kontrolle über die Peer-to-Peer-Netze
an sich zu reißen. Microsoft-Manager Michael Gould verweist
unbescheiden auf die bestehende P2P-Komponenten in .NET. Da .NET
nach Ansicht von Gould auf offenen Standards basiert, ist Jxta für
Gould mehr oder minder überflüssig. Intel kritisiert den Alleingang
von Sun. Besser wäre die Zusammenarbeit mit Gruppen, die sich
bereits mit Peer-to-Peer-Standards beschäftigen. Sun versteht diese
Aufregung nicht. Jxta sei eben eine Distributions-Plattform unter
einer Hand voll von anderen.
Jxta.orgLanges Warten auf "Jxta"-Produkte
Sun hat "Jxta" unter die Apache-Software-Lizenz gestellt. Die Open-Source-Entwickler von CollabNet managen die weitere Entwicklung des Codes und pflegen die Jxta.org-Webseite.
CollabNet unterstützt Entwickler außerdem mit Tools zur Fehlersuche und sonstigen Hilfestellungen. Sun hofft auf erste Fortschritte im Laufe des nächsten Jahres.
Der Endnutzer wird wohl noch einige Jahre auf "Jxta"-Produkte warten.
Auf dem deutschen
tecChannel
finden sich zwei
