Online-Hinrichtung um jeden Preis
Ein US-Bundesrichter in Indianapolis hat einer Firma aus Florida untersagt, die Hinrichtung des Oklahoma-Attentäters Timothy McVeigh auf ihrer Site live zu übertragen.
Das Unternehmen Entertainment Network Inc [ENI] - sonst eher bekannt für seine voyeuristischen Life-Übertragungen von College-Studentinnen - hatte in seinem Antrag für die Senderechte vorgeschlagen, mit der Erhebung einer über Kreditkarte zu zahlenden Übertragungsgebühr von 1,95 Dollar [2,21 Euro] sicherzustellen, dass keine Minderjährigen der Hinrichtung zuschauen können.
Das bereits am Mittwoch ergangene Urteil wurde am Donnerstag [Ortszeit] auf der Site des Gerichts veröffentlicht.
30 ATS Eintritt für Online-HinrichtungPünktlicher Tod erwünscht
ENI hat derweil Berufung eingelegt. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, dieses Ereignis von großer Tragweite zu sehen, sagte der Chef des Unternehmens, David Marshlack.
McVeigh wird voraussichtlich am 16. Mai wegen des Bombenanschlags auf ein Regierungsgebäude in Oklahoma City durch Giftinjektion getötet.
Bei dem Attentat waren im April 1995 insgesamt 168 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 600 wurden verletzt.
In der vergangenen Woche hatte US-Justizminister John Ashcroft entschieden, dass die Hinrichtung im Gefängnis von Terre Haute im Bundesstaat Indiana per Videoschaltung zu den Überlebenden und Angehörigen der Opfer übertragen wird.
"Anleitung" zur Hinrichtung veröffentlicht
Die 54 Seiten starke "Anleitung" für die Hinrichtung, erstellt vom "US Bureau of Prisons" [BOP], ist vor kurzem im Netz aufgetaucht.
Das Dokument beschreibt vom Kauf der tödlichen Chemikalien bis hin zur "Säuberung" der Zelle den genauen Ablauf der Exekution.
