Bertelsmanns Online-Musikpläne ohne Allianzen
Obwohl die Musikindustrie sich vor allem in den letzten Wochen bemüht, den Online-Vertrieb von Musik selbst in Hand zu nehmen, scheint es hinter den Kulissen weiter heftige Auseinandersetzungen zu geben.
Bertelsmann hat einem Zeitungsbericht zufolge seinen Plan aufgegeben, konkurrierende Plattenfirmen für einen Beitritt zu seiner Allianz mit Napster zu gewinnen.
Inwieweit sich dieser Rückschlag auf das "MusicNet"-Projekt auswirkt, das Bertelsmann gemeinsam mit AOL Time Warner und RealNetworks im Sommer starten will, ist derzeit aber noch nicht abzusehen.
Nachdem die Musikindustrie jahrelang starr vor Schreck auf das Phänomen der MP3-Tauschbörsen im Internet geblickt hat, scheint sie nun wild entschlossen, den sich abzeichnenden milliardenschweren Online-Musikmarkt zu erschließen. Den Beginn hatte im Oktober 2000 Bertelsmann mit dem Einstieg bei Napster gemacht. Sony und Vivendi folgten mit "Duet". Nun geht es Schlag auf Schlag: Diese Woche wurde gleich eine ganze Reihe von neuen Allianzen und Initiativen zum Online-Vertrieb von Musik bekannt gegeben.
Die neuen Allianzen im Online-MusikbizMusikindustrie uneinig
Die "Financial Times" berichtete weiter, Bertelsmann habe es nicht geschafft, andere große Plattenfirmen zu überzeugen, entweder ebenfalls in Napster zu investieren oder die Klagen gegen die Musiktauschbörse fallen zu lassen.
Dem Bericht zufolge verhandelt Bertelsmann jetzt mit anderen Medienunternehmen, um die Napster-Allianz zu erweitern.
Als Bertelsmann vor fünf Monaten die Allianz mit Napster einging, hatte der Medienkonzern gehofft, andere Plattenfirmen als Partner zu gewinnen. Die Label haben jedoch an ihrem Vorgehen gegen Napster festgehalten.
