05.04.2001

D-BOX & CO.

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Digitale Sat-Receiver scheitern im Test

Digitalanlagen bringen in den meisten Fällen keine Empfangsverbesserung. Sie reagieren in der Bedienung "träger" als analoge Anlagen und sind zudem rund doppelt so teuer.

Das ist das Ergebnis eines Tests der Zeitschrift "Konsument", die für ihre April-Ausgabe sechs Sat-Receiver in einer Preisklasse von 2.990 bis 7.990 ATS und eine PC-Karte für digitalen Sat- Empfang um 3.690 ATS unter die Lupe genommen hat.

The winners are

Die drei Erstplatzierten des Tests sind: Hauppauge WinTV DVB-s zu 3.690 ATS, Humax 5400 zu 5.990 ATS und Schneider DSR 10 um 2.990 ATS.

Kirchs d-box rangiert an letzter Stelle

Schlusslicht ist die d-box des deutschen Filmeverleihers Leo Kirch. Mit 7.990 ATS ist sie die teuerste Anlage im Test. Zum Vergleich: Eine analoge Sat-Anlage kostet rund 2.500 ATS.

Die Bild- und Tonqualität der d-Box ist zwar grundsätzlich in Ordnung, an diesem System sind den Testern von "Konsument" jedoch eine Reihe an Merkwürdigkeiten aufgefallen:

- Umständliches Handling:

Zahlreiche Features, die dem Benutzer das Handling erleichtern, fehlen derzeit noch. Beispielsweise dauert das Hinzufügen eines einzigen Kanals zum persönlichen Bouquet [= eine individuelle Zusammenstellung bevorzugter Sender] mehrere Minuten.

- Sparmodus:

Wer die d-box in den Deep-Sleep-Stromsparmodus versetzt, sollte sie fünf Minuten vor dem gewünschten Einsatz aktivieren, um z.B. den Beginn eines Films nicht zu verpassen.

- Stand-by-Betrieb:

Die Umschaltung auf den Stand-by-Modus bringt kaum Vorteile, trotzdem verbraucht die Anlage 16 Watt Strom. Das heißt, fast so viel wie im Betrieb [22 Watt].

- Gebrauchsanleitung:

Der Kunde erhält keine Gebrauchsanleitung für die Steuerungssoftware. Auch keine Gebrauchsanweisung mit Fehlercodes.

Hilflose Kunden

Weiters kritisieren die Tester, dass der Kunde im Internet lange suchen muss, falls beim Betrieb der Anlage Probleme auftauchen.

Weder auf der Website der für den Vertrieb in Österreich zuständigen Firma HB noch auf der Homepage des Kirch-Pay-TVs "Premiere World" steht eine Gebrauchsanweisung zum Downloaden zur Verfügung.

Abwarten empfohlen

In einem abschließenden Fazit rät der "Konsument", mit dem Umstieg auf eine digitale Anlage noch zu warten.