Datenschutzrat empfiehlt Chipkarten-Monitoring
Keine grundsätzlichen Einwände gegen die Verwendung der Sozialversicherungs-Chipkarte als so genannte "Datenhandtasche" hat bei seiner heutigen Sitzung der österreichische Datenschutzrat erhoben.
Allerdings meinte der Vorsitzende des Gremiums, Herbert Haller, gegenüber der APA, bestimmte Sicherheitsstandards gelte es einzuhalten, die Wahlfreiheit der Anwender müsse gewahrt bleiben.
Der Datenschutzrat habe der Regierung daher empfohlen, eine "sinnvolle Übergangszeit" festzulegen, in der sowohl der herkömmliche Krankenschein als auch die Chipkarte verwendet werden kann.
Kein grundsätzlicher Einwand gegen Chipkarte
Grundsätzlich sei nichts dagegen einzuwenden, auf dem Chip der
Sozialversicherungskarte neben den Krankenscheinen auch eine
elektronische Unterschrift und andere elektronische Dokumente zu
speichern. Voraussetzung dafür seien allerdings entsprechende
Gesetze. Außerdem müsse durch eine entsprechende
"Sicherheitsinfrastruktur" sichergestellt werden, dass die
Informationen nicht ohne Wissen des Benützers gelesen werden können
und der Verlust der Karte rasch gemeldet werden kann [etwa per
Telefon-Hotline].
Datenschutzgesetz 2000Freie Wahl muss erhalten bleiben
In jedem Fall müsse der Anwender aber die freie Wahl haben zwischen einer reinen Sozialversicherungskarte und einer Sozialversicherungskarte mit "Datenhandtasche".
"Es soll niemand zu dieser Kombination verpflichtet werden", so Haller. Außerdem müsse "der Betroffene jederzeit sehen können, was auf der Karte drauf ist" - beispielsweise über öffentliche Terminals.
Außerdem schlägt Haller die laufende Evaluierung der Chipkarte bezüglich Akzeptanz und technischer Sicherheit vor.
Chipcard
"Die Sozialversicherungs-Karte ist ein Mikrocomputer im
Scheckkartenformat, der Daten speichern und verarbeiten kann. Sie
ist - im Gegensatz zu einer reinen Speicherkarte - in der Lage, auch
komplexe Rechenoperationen durchzuführen. Das bedeutet, dass über
die derzeit vorgesehene Funktion des Krankenscheinersatzes hinaus
eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten besteht." [Aus: Projekt
SV-Chipkarte]
Sozialversicherung a la ChipcardDas Thema "Personenkennzahl" wurde bei der heutigen Sitzung laut Haller "nicht eingehend diskutiert" und soll bei einer der nächsten Sitzungen des Datenschutzrates auf der Tagesordnung stehen.
