24.03.2001

LAUNCH

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Mac OS X ist da

Heute punkt Mitternacht wurde als Höhepunkt einer Veranstaltung in der Orangerie Schönbrunn in Wien Apples neues Betriebssystem Mac OS X hierzulande zum Verkauf freigegeben.

Per zweier Jaguar-Limousinen [for the records: XJ 6 Series II & III] wurden die ersten Boxes mit dem wertvollen Inhalt zum Hinterhof der Orangerie gekarrt. Der Ansturm der Kaufwütigen hielt sich in Grenzen, zu Beginn war Neugier angesagt.

Seit 1996 haben Apple-Entwickler an diesem Produkt gearbeitet. Nachdem unter der Führung Steve Jobs die Hardware verbessert wurde - Standards wie IDE, PCI und USB hielten endlich Einzug auf die Mac-Plattform - soll nun Mac OS X auch auf dem Softwaresektor den gewünschten Vorsprung bringen.

Mac OS X als Fels in der Brandung

Mit dem neuen System sollen Apple-Rechner künftig deutlich stabiler laufen und besser ihre Kapazitäten ausnutzen. Apple- Chef Steve Jobs sagte am Mittwoch in Cupertino [Kalifornien], die Technologie von Mac OS X werde eine lange Zeit Bestand haben. "Wir wollten etwas, das 15 Jahre hält."

Analysten gehen davon aus, dass Mac OS X vor allem im Kernbereich der Macintosh-Gemeinde, etwa in der Grafik-Industrie, Käufer finden wird. Eine größere Akzeptanz werde vor allem davon abhängen, ob zahlreiche Software-Firmen auch speziell angepasste Programme für Mac OS X auf den Markt bringen.

Programme müssen adaptiert werden

Bis dato laufen nur speziell adaptierte Programme nativ unter Mac OS X. Für die herkömmlichen Programme, die unter Mac OS laufen, wird automatisch ein "Classic Modus" aktiviert. Dabei wird allerdings ein Betriebssystem im Betriebssystem geladen, was sich in vermindeter Geschwindigkeit und Fehlen der Aqua-Oberfläche ausdrückt.

Noch kein natives DVD-Abspielen

Apple-Konkurrent Microsoft, der gleichzeitig auch Software für den Apple Macintosh vertreibt, hat für den Herbst 2001 eine Anpassung des populären Office-Pakets für das neue Mac-System angekündigt.

Einige Beobachter kritisierten, dass zum Marktstart noch nicht bestimmte Multimedia-Fähigkeiten unterstützt werden. So muss für das Abspielen eines DVD-Films oder das Brennen einer CD der Rechner in der alten Systemumgebung OS 9.1 gestartet werden. Apple will diese Leitungsmerkmale bis zum Sommer nachliefern.

Apple will wieder in die Gewinnzone

Apple Computer erzielt rund 83 Prozent seiner Umsätze mit dem Verkauf der verschiedenen Macintosh-Rechner. Die restlichen 17 Prozent Umsatz werden mit Software und Zubehör gemacht. Die Aktie des kalifornischen Computer-Herstellers waren im vergangenen Jahr um 70 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen wieder in die Verlustzone gerutscht war. Apple will aber noch in 2001 wieder in die schwarzen Zahlen kommen.