16.03.2001

ILESHARINGF

Bildquelle: napster

60 Prozent weniger Downloads bei Napster

Napster hat es nach Ablauf einer 72-stündigen Frist nicht geschafft, alle urheberrechtlich geschützten Titel zu sperren. Nach eigenen Angaben hat Napster nur 26.000 von 135.000 Songs aus seinem Angebot tilgen können.

Die von der Bundesrichterin Marilyn Hall Patel in San Francisco gesetzte Frist war Mittwochabend [Ortszeit] abgelaufen.

Die Maßnahmen haben trotz der geringen Anzahl an gesperrten Songs Wirkung gezeigt: Dem Branchendienst Webnoize zufolge werden seitdem um 60 Prozent weniger Songs heruntergeladen als zuvor.

Schuldzuweisung an Musikindustrie

Napster machte für die nicht erfolgte Sperrung der über 100.000 Songs die Musikindustrie verantwortlich. Diese hätte eine Liste vorgelegt, mit der nur eine ungenaue Identifizierung der Songs möglich gewesen wäre.

"CNET" berichtete in diesem Zusammenhang, die Sony Music Group habe es versäumt, 46.000 Songs korrekt anzugeben.

Die Recording Industry Association of America [RIAA], die Napster wegen Verletzung von Urheberrechten verklagt hat, wollte bisher dazu keinen Kommentar abgeben.

Napster könnte straffrei ausgehen

Rechtsexperten von Napster vertreten nach US-Medienberichten unterdessen den Standpunkt, dass die Firma für Copyright-Verletzungen vor In-Kraft- Treten der gerichtlichen Anordnung keinen Schadenersatz zahlen müsse.

Napster habe kein Gesetz gebrochen, als es die Titel vorher ins Angebot nahm. Setzt sich dieser Standpunkt durch, bliebe Napster von Milliardenforderungen verschont.

Aimster zieht "Pig Encoder" zurück

Der Napster-Konkurrent Aimster hat bekannt gegeben, dass er den "Aimster Pig Encoder" von seiner Website entfernt hat. Das erst Anfang März veröffentlichte Tool verwürfelt Namen von MP3-Dateien und erschwert so das Filtern nach Songtiteln.

Aimster-CEO Johnny Deep erkärte dazu, dass Aimster damit dem Drängen von Napster nachgekommen sei. Man könne allerdings keine Verantwortung für andere Sites übernehmen, die das Tool ebenfalls anbieten.

Der "Aimster Pig Encoder" nimmt jedes File im Napster-Verzeichnis mit der Endung "mp3" und enkodiert den Namen der Dateien so, dass eine Filterung nach Songnamen duch Napster erschwert wird.

Die Napster-Aufregung hat dazu geführt, dass viele User zu alternativen Diensten wandern. Gemäß den "Most popular"-Listen des größten Downloadcenters der Welt, Download.com, haben einige Dienste bereits Napster überholt, was die Zahl der aktuellen Neuinstallationen betrifft.

Besonders beliebt ist Audiogalaxy Satellite, da es besonders Richtung MP3s hin ausgelegt ist und auch die Wiederaufnahme abgebrochener Downloads ermöglicht.