15.03.2001

OBACHT!

Bildquelle: ap

"Magistr" noch böser als "Tschernobyl"

Noch ist er nirgendwo in größerem Umfang ausgebrochen, doch wenn es losgehen sollte - die ersten Exemplare wurden schon "in the wild" gesichtet -, könnte einiges an Soft-, aber auch Hardware zu Bruch gehen.

Ein als "Magistr" vor zwei Tagen erstmals auffällig gewordenes Programm verfügt neben einer bisher noch nie gesehenen Vielfalt an Wurmfunktionen zur Verbreitung über ein Zerstörungspotenzial, das sogar den berüchtigten Tschernobyl-Virus übertrifft.

Bösere Abarten drohen

In den bisher bekannten Abarten von "Magistr" ist dieser Vandalenakt zwar erst einen Monat nach der Infektion vorgesehen, doch ist damit zu rechnen, dass sehr bald eine neue Variante existieren wird, die sofort zuschlagen kann.

Weitere Gemeinheiten

Dabei verändert er die Absenderadresse, sodass der mit dem Virus Bedachte sich mit der direkten Rückfrage schwer tut, ins Subject stellt er die Titel von DOC- und TXT-Files, die er auf der Festplatte des Absender-Rechners gefunden hat.

Zwei Dinge haben offenbar bisher verhindert, dass "Magistr" verheerend ausgebrochen ist. Zum einen hat ein Teil der User mittlerweile kapiert, dass Mails ohne Text im Textfeld mit EXE- oder SCR-Attachments besser nicht zu öffnen sind.

Zum anderen kommt Magistr gerade durch seine gute Tarnung nicht sexy genug daher, um entsprechend häufig angeklickt zu werden wie etwa ein vermeintliches Bild von Anna Kurnikowa.