"Magistr" noch böser als "Tschernobyl"
Noch ist er nirgendwo in größerem Umfang ausgebrochen, doch wenn es losgehen sollte - die ersten Exemplare wurden schon "in the wild" gesichtet -, könnte einiges an Soft-, aber auch Hardware zu Bruch gehen.
Ein als "Magistr" vor zwei Tagen erstmals auffällig gewordenes Programm verfügt neben einer bisher noch nie gesehenen Vielfalt an Wurmfunktionen zur Verbreitung über ein Zerstörungspotenzial, das sogar den berüchtigten Tschernobyl-Virus übertrifft.
Alle Laufwerke im LAN
Unter Win2k, NT und 95/98 werden alle Dateien nicht nur lokal,
sondern auch auf allen erreichbaren Laufwerken im LAN gelöscht.
Unter Win 95/98 versucht "Magistr" zusätzlich die CMOS-Einstellungen
und die Daten im FLASH-BIOS zu zerstören. Vor knapp zwei Jahren hat
Tschernobyl [WIN-CIH] weltweit
mindestens eine halbe Million Rechner ruiniert.Bösere Abarten drohen
In den bisher bekannten Abarten von "Magistr" ist dieser Vandalenakt zwar erst einen Monat nach der Infektion vorgesehen, doch ist damit zu rechnen, dass sehr bald eine neue Variante existieren wird, die sofort zuschlagen kann.
Die Wurmfunktionen
Zur Verbreitung werden neben dem Adressbuch von Outlook auch die
von Netscape Mail und Internet Mail & News benützt. Zusätzlich
greifen alle bekannten Versionen von "MagistR" auf den mit dem
befallenen Rechner verbundenen SMTP-Server zu, was in der Welt der
Würmer ebenfalls ein Novum ist.
Kaspersky Labs hat den Virus ausführlichst analysiert
Ausführliches bei TecchannelWeitere Gemeinheiten
Dabei verändert er die Absenderadresse, sodass der mit dem Virus Bedachte sich mit der direkten Rückfrage schwer tut, ins Subject stellt er die Titel von DOC- und TXT-Files, die er auf der Festplatte des Absender-Rechners gefunden hat.
Zwei Dinge haben offenbar bisher verhindert, dass "Magistr" verheerend ausgebrochen ist. Zum einen hat ein Teil der User mittlerweile kapiert, dass Mails ohne Text im Textfeld mit EXE- oder SCR-Attachments besser nicht zu öffnen sind.
Zum anderen kommt Magistr gerade durch seine gute Tarnung nicht sexy genug daher, um entsprechend häufig angeklickt zu werden wie etwa ein vermeintliches Bild von Anna Kurnikowa.
Symantec schätzt die Verbreitung von "Magistr" einstweilen noch mit niedrig, den Virus selbst aber als "hoch" zerstörerisch ein.
Die Einschätzung von Symantec
