05.03.2001

AUF PUMP

Bildquelle: waldt

Überschuldete Telekoms und sorglose Banken

Die internationalen Telekom-Konzerne haben nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich [BIZ] im Jahr 2000 zur Finanzierung von Lizenzen und Übernahmen ihre internationale Kreditaufnahme auf den Rekordwert von 273 Milliarden Euro mehr als verdreifacht.

Zur Frage, ob die Banken mit den Telekom-Krediten eventuell zu große Risiken eingegangen sein könnten, äußerte sich die BIZ nicht direkt.

Sie zitierte aber Stimmen, wonach verschiedene Banken, gerade in Europa, übermäßig große Risiken im Hinblick auf die Telekomindustrie übernommen haben könnten.

Kreditgewerbe-Boom

Den kritischen Stimmen zur Verschuldung der Telekoms steht laut der BIZ aber gegenüber, dass Bankaktien im vergangenen Jahr an der Börse nicht schlecht gelaufen seien.

Das deute darauf hin, dass der Markt die Risiken nicht übermäßig hoch eingestuft habe. Dabei sei aber zu bedenken, dass Bankaktien einen Erholungsbedarf und die Börsen sich im Jahr 2000 vergleichsweise schlecht entwickelt hätten.

Jahres-Entwicklung

Wie es im Quartalsbericht der BIZ heißt, nahmen die Telekom-Konzerne im ersten Quartal des vergangenen Jahres überwiegend Kredite auf.

Im zweiten Quartal seien sie dann bestrebt gewesen, die Kredite durch die Ausgabe von Anleihen abzulösen. Im zweiten Halbjahr habe dann wieder mehr die Kreditaufnahme im Vordergrund gestanden.

Allein im Schlussquartal 2000 nahmen die Telekomfirmen den Angaben der BIZ zufolge Konsortialkredite von 74 Milliarden Dollar auf. Das seien fast 20 Prozent aller Kredite, die in diesem Zeitraum bereitgestellt wurden.

Am aktivsten seien dabei amerikanische Konzerne gewesen, während das Geschehen im dritten Quartal noch von europäischen Adressen dominiert gewesen sei. Die größte Summe habe mit einem Kredit von 25 Milliarden Dollar der US-Telefonkonzern AT&T erhalten.